Mehr Budget und mehr Druck für Schweizer CIOs

20. Februar 2006, 13:23
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Gemäss einer Studie sollen dieses Jahr die IT-Investitionen in der Schweiz zunehmen. Der Druck auf die CIOs lässt indes nicht nach.

Gemäss einer Studie sollen dieses Jahr die IT-Investitionen in der Schweiz zunehmen. Der Druck auf die CIOs lässt indes nicht nach.
Gemäss einer heute von Capgemini veröffentlichten Studie über die IT-Trends 2006 in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind hierzulande bald höhere Budgets zu erwarten. An der Umfrage nahmen IT-Verantwortliche aus 26 Schweizer Unternehmen mit einem Umsatz von grösstenteils mehr als 500 Millionen Euro teil. Capgemini hätte mehr Schweizer CIOs befragen wollen. In Deutschland waren es 98, in Österreich 35. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 3. November bis zum 2. Dezember 2005.
Aus der Studie resultiert eine leicht positivere Stimmung als im vergangenen Jahr. Die Schweizer CIOs erwarten mehrheitlich steigende, zumindest aber gleich bleibende Budgets. 41 Prozent der Befragten gaben an, dass dieses Jahr die IT-Budgets steigen werden. Ein Drittel war der Meinung, die Budgets bleiben gleich. Immerhin noch 21 Prozent sehen kleineren Budgets entgegen. Die Budget-Aussichten für 2008 sind in etwa gleich: 38 Prozent glauben an eine Steigerung, 17 Prozent an eine Stagnation und 24 Prozent an eine Minderung. Österreich verzeichnete eine ähnliche Bilanz, während man in Deutschland eher mit kleineren Budgets rechnet.
Gemäss einer Capgemini-Tabelle (Bild) glauben 57 Prozent der befragten Schweizer CIOs, dass das Budget im Bereich Security in den nächsten fünf Jahren steigen wird. 52 Prozent sind überzeugt, dass in den Bereich IT-Infrastruktur weniger investiert wird. In den Bereichen CRM, Portale, Business Intelligence und Mobility Wireless soll ebenfalls mehr investiert werden.
54 Prozent der CIOs gaben an an, das Budget im Bereich EAI (Enterprise Application Integration) werde gleich bleiben. Ein Drittel der Befragten glaubt, dass in diesem Bereich die Investitionen sinken werden. Gemäss den Verfassern der Studie hängt dieser Trend damit zusammen, dass viele Unternehmen angesichts Service-orientierter Architekturen ihre Investitionen so lange zurückstellen, bis ihre Integrationsstrategie für die kommenden Jahre feststeht.
Auf die Frage, welche Folgen weitere Kostenreduktionen in der IT auf das Geschäft ihres Unternehmens hätte, antworteten 61 Prozent, dass dies die Kundenakzeptanz gefährden würde, wegen niedriger Servicequalität. 56 Prozent glauben, dass die Kundenakzeptanz wegen längerer Service-Zeiten gefährdet wäre.
Security wichtigstes Thema
Security ist unter den Schweizer CIOs immer noch das Thema Nummer 1. Verglichen mit den Werten der letztjährigen Studie, als alle Schweizer IT-Verantwortlichen Security als wichtigstes Thema nannten, sind es dieses Jahr aber nur 78 Prozent. 23 Prozent wichtiger als im vorangehenden Jahr werden ERP, TCO und Harmonisierung der IT-Systeme eingestuft. Vor allem Konsolidierungs- und Harmonisierungsprojekte im Bereich ERP geniessen in der Schweiz Aufmerksamkeit. Die IT-Infrastruktur hat in der Schweiz ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen.
Unwichtiger geworden ist gemäss den Budget-Aussichten das Thema EAI. Es wird auf Platz acht eingestuft, während es vor einen Jahr noch das fünftwichtigste Thema war. In diesem Fall scheinen viele IT-Leiter tatsächlich abzuwarten, was sich rund um das Thema SOA tut. Service-orientierte Architekturen werden unterschiedlich intensiv genutzt. In Österreich wurden gemäss der Studie bereits Erfahrungen mit der ersten Generation gesammelt. Viele Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland seien noch im Experimentierstadium.
Schaut man sich die Ergebnisse aller drei Länder an, ist Security mit 81 Prozent überall das wichtigste Thema. Gefolgt von ERP, TCO und Harmonisierung mit 68 Prozent. EAI nimmt mit 31 Prozent eine marginale Rolle ein.
Mehr Druck auf CIOs
Die Bedeutung der Organisation der IT-Abteilungen hat in Deutschland und in der Schweiz zugenommen. Tatsächlich werden aber immer noch zu wenige Projekte pünktlich fertig gestellt und das Budget wird zu oft überzogen. Österreicher berechnen Laufzeiten und Kosten von Projekten realistischer. Der Hauptgrund dafür, dass in der Schweiz IT-Projekte die Erwartungen nicht erfüllen, liegt gemäss der Studie an der mangelnden Abstimmung zwischen der IT und den Fachbereichen. Es ist zudem nach wie vor ein Problem, dass zu viele Vorhaben gleichzeitig aufgesetzt werden.
78 Prozent der Projekte in der Schweiz werden nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt abgeschlossen. In den meisten Fällen verlängert sich die Laufzeit der Projekte um 10 Prozent. Ebenfalls um 10 Prozent werden die Budgets überzogen, und zwar in 87 Prozent der Fälle. Diese Zahlen sind schlechter als letztes Jahr. Der Druck auf die CIOs steigt dementsprechend.
Immer mehr Outsourcing
Schweizer und österreichische CIOs glauben, dass die Arbeit der IT-Abteilung der eines Automobilherstellers, also mit höherem Outsourcing-Grad, immer ähnlicher wird. 73 Prozent der Schweizer sind dieser Meinung. Anstatt Inhouse-Services anzubieten, denken viele daran, eine Plattform zur Verfügung stellen, auf der die unterschiedlichen Leistungen Dritter wie beispielsweise Anwendungs- und Infrastrukturmanagement aggregiert werden. In der Schweiz wird vor allem Betrieb, Wartung und Pflege der Infrastruktur ausgelagert, zudem wird Software von externen Dienstleistern entwickelt. Application Management wird in der Schweiz selten an einen Outsourcer übertragen. (Maurizio Minetti)

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