Mehr Internetkriminalität in der Schweiz

23. April 2013, 09:08
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Im letzten Jahr sind in der Schweiz 55 Prozent mehr Meldungen über Internetkriminalität als 2011 eingegangen. Erstmals gab es mehr Fälle von Wirtschaftsdelikten als von verbotener Pornografie.

Im letzten Jahr sind in der Schweiz 55 Prozent mehr Meldungen über Internetkriminalität als 2011 eingegangen. Erstmals gab es mehr Fälle von Wirtschaftsdelikten als von verbotener Pornografie.
Die Schweizer Bevölkerung meldet immer mehr strafrechtlich relevante Fälle von Internet-Kriminalität an die beim Bundesamt für Polizei (Fedpol) angesiedelte Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik). 2012 waren es 80 Prozent oder 6'639 der insgesamt 8'241 Meldungen. Dies zeigt der heute veröffentlichte Kobik-Jahresbericht.
Wie Tobias Bolliger, stellvertretender Referatsleiter bei Kobik, gegenüber inside-it.ch erklärt, sind drei Faktoren für die um 55 Prozent rasant gewachsene Zunahme an Meldungen im letzten Jahr verantwortlich: Kobik ist in der Bevölkerung bekannter geworden, immer mehr Bürger sind direkt und stark von cyberkriminellen Angriffen betroffen und die Anfragen aus dem Ausland haben zugenommen.
Vermögensdelikte dominieren
In einer Meldung von heute wird zudem festgehalten, dass es sich bei den gemeldeten Delikten insbesondere um verbotene Pornografie mit Kindern, Betrug, Phishing, Spam oder Datenbeschädigung handelt. Doch erstmals gingen 2012 mehr Meldungen zu Wirtschaftsdelikten als zu verbotener Pornografie ein. Mit 3'260 Phishing- und Betrugsopfer in der Schweiz habe man in den vergangenen Jahren eine "stetige Zunahme der Meldungen zu strafbaren Handlungen gegen das Vermögen festgestellt", heisst es weiter. Über die Hälfte dieser Straftaten betraf den Bereich "Betrug", ein Grossteil davon lief über betrügerische Angebote auf Kleinanzeigen- und Versteigerungsplattformen. Wobei etwa nach Vorschusszahlung die angepriesenen Waren oder Dienste nicht geliefert wurden.
Rund acht Prozent der bei Kobik gemeldeten Straftaten bezogen sich auf Versuche, an sensible Daten von Kunden zu gelangen. Diese Phishing-Aktionen seien in der Regel über gefälschte E-Mails oder Telefonate gelaufen und hätten beispielsweise Kreditkartennummern, Bankkontonummern, Zugangsdaten zu E-Mail-Accounts und E-Banking-Informationen abgefragt.
Kobik selber aktiv
"Leicht angestiegen" sind laut Kobik aber auch die strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Hier gingen 3'083 Meldungen ein, von denen die meisten den Vertrieb von verbotener Pornografie mit Kindern über vereinzelte, im Ausland betriebene Webseiten betraf. Zudem sind mehr als 300 Webseiten mit pornografischen Inhalten gemeldet worden, bei denen der Jugendschutz als ungenügend eingeschätzt wurde.
Die Meldestelle hat wie schon früher wieder selbst verdachtsunabhängige Recherchen im Internet durchgeführt. 2012 sind so 450 Dossiers erstellt werden - doppelt so viele wie im Vorjahr. Bei der Überwachung von P2P-Netzwerken wurden 417 Personen identifiziert, die aktiv am Austausch von Kinderpornografie beteiligt waren, was in 98 Prozent der Fälle zu Hausdurchsuchungen durch die kantonalen Strafverfolgungsbehörden führte. Ausserdem, schreibt man bei Kobik, sei man gestützt auf die Schwyzer Polizeiverordnung als verdeckte Vorermittler in 33 Fällen gegen pädokriminelle Täter in Chats, Online-Plattformen oder privaten P2P-Tauschbörsen aktiv geworden. (vri)

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