Mehr Kunden, Umsatz und Gewinn für Swisscom

5. Februar 2015, 07:53
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Preiserosion wettgemacht.

Preiserosion wettgemacht.
Swisscom hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Dank starkem Wachstum bei den Bündelangeboten stiegen sowohl der Umsatz als auch der Gewinn. Für 2015 zeigt sich der "Blaue Riese" jedoch wegen der Frankenstärke pessimistischer.
Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr mit 11,7 Mrd. Fr. um 2,4 Prozent höher als 2013 aus. Der Reingewinn stieg um 0,6 Prozent auf 1,7 Mrd. Franken. Damit hat Swisscom die eigenen Prognose und die Erwartungen der Finanzgemeinde erfüllt oder sogar übertroffen.
Das Telekomunternehmen peilte für 2014 einen Umsatz von 11,5 Mrd. Fr. an. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Finanznachrichtenagentur 'AWP' bei einem Umsatz von 11,6 Mrd. Fr. mit einem Reingewinn von 1,7 Mrd. Fr. gerechnet.
Auch beim Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) hat der Telekomkonzern mit 4,4 Mrd. Fr. sein Ziel erreicht. "Unser Geschäft hat sich sehr erfreulich entwickelt", lässt sich Swisscom-Chef Urs Schaeppi in der Mitteilung zitieren: "Trotz Preisdruck setzte sich das Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis fort." Weitere Aussagen von Schaeppi gibts in diesem Video.
Wachstum bei Bündelangeboten
Swisscom konnte den Preisrückgang im Schweizer Kerngeschäft von 360 Mio. Fr. durch neue Kunden und grössere Nutzung ihrer Dienste mehr als wettmachen. Diese Zusatzeinnahmen summierten sich im vergangenen Jahr auf 488 Mio. Franken.
Die Verkaufsrenner waren dabei die so genannten Bündelangebote, deren Umsatz um 23,7 Prozent auf 1,9 Mrd. Fr. zunahm, und Mobilfunk-Abonnemente, mit denen Kunden unbegrenzt telefonieren und surfen können. Ende 2014 zählte Swisscom 2,1 Mio. Kunden mit solchen Verträgen.Der Trend weg von den Prepaid-Angeboten hin zu den Abonnements halte an, heisst es in der Mitteilung.
Auch im Festnetz geht das Wachstum laut Swisscom weiter. Der Bestand an Swisscom-TV-Anschlüssen sei 2014 um 16,5 Prozent auf 1,17 Millionen angestiegen. Damit hat Swisscom die Lücke zur Nummer 1, UPC Cablecom, voraussichtlich weiter verkleinern können.
Auch die italienische Breitbandtochter Fastweb konnte sich im vergangenen Jahr steigern. Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro, der Betriebsgewinn (EBITDA) nahm um 2,0 Prozent auf 515 Mio. Euro zu.
Frankenstärke wirkt sich 2015 aus
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen sowohl einen tieferen Umsatz als auch ein geringeres Betriebsergebnis. Selbst bei einem Wechselkurs von 1,00 Fr. pro Euro sollen aber ein Umsatz von über 11,4 Mrd. Fr. und ein EBITDA von rund 4,2 Mrd. Fr. erreicht werden.
Der tiefe Eurokurs würde gemäss der Prognose bei diesem Wechselkurs zu einem Rückgang um knapp 400 Mio. beim Umsatz und um rund 100 Mio. beim Betriebsgewinn führen. Nicht berücksichtigt seien dabei mögliche negative Auswirkungen der Währungssituation auf die Konjunktur, heisst es in der Mitteilung.
Aufgrund des günstigeren Euros sollen in diesem Jahr auch die Investitionen schrumpfen. Sie sollen noch 2,3 Mrd. Fr. betragen, was rund 100 Mio. Fr. weniger sind als im vergangenen Jahr. Betroffen davon ist jedoch ausschliesslich das Auslandsgeschäft. In der Schweiz bleiben laut Swisscom die Investitionen mit 1,75 Mrd. Fr. stabil.
Die Prognose von tieferen Umsätzen und Gewinnen lastete auf der Swisscom-Aktie. Der Titel notierte im frühen Handel bis zu 2,8 Prozent schwächer. (sda/mim)

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