Mehr Schlichtungs­verfahren in der Telko-Branche

28. Juni 2016, 13:57
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Die Schlichtungsstelle Telekommunikation (Ombudscom) hat im vergangenen Jahr ein Viertel mehr Verfahren behandelt als im Vorjahr, wie der heute publizierte Jahresbericht 2015 zeigt.

Die Schlichtungsstelle Telekommunikation (Ombudscom) hat im vergangenen Jahr ein Viertel mehr Verfahren behandelt als im Vorjahr, wie der heute publizierte Jahresbericht 2015 zeigt. Insgesamt wandten sich vergangenes Jahr rund 6450 Personen an die Schlichtungsstelle. Dies entspricht monatlich rund 537 Kundinnen und Kunden und ist ein leichter Rückgang zu 2014.
Gleichzeitig gibt es bei den eigentlichen Schlichtungsverfahren im Vergleich zu 2014 mit rund 1200 Fällen im letzten Jahr eine bedeutende Zunahme von 235 Fällen. Erstmals seit fünf Jahren stieg die Anzahl der Schlichtungsfälle markant an, heisst es im Bericht. Wie Ombudsmann Oliver Sidler gegenüber inside-it.ch erklärt, könne kein klarer Trend ausgemacht werden, warum es zu diesem Anstieg kam. Es gebe auch keinen spezifischen Anbieter auf den der Anstieg der Fälle zurückzuführen wäre, so Sidler weiter.
Vertragsabschluss per Telefon als Hauptbeschwerdegrund
Mit mehr als einem Viertel war der häufigste Beschwerdegrund wie in den Vorjahren ungewollte Vertragsabschlüsse per Telefon. Auffallend sei, dass vielfach ältere Personen von den Telekomanbietern telefonisch in der Absicht kontaktiert würden, diese ihren zu einem Vertragswechsel zu bewegen, lässt sich Sidler in der Mitteilung zitieren. "In den Beschwerden äusserten sie sich oft befremdet über die Abwerbepraxis der Anbieter." Sie seien nicht umfassend über einen allfälligen Anbieterwechsel sowie die Vertragsdauer informiert worden.
Eine Zunahme der Beschwerden um 45 Prozent gab es zudem im Bereich Rechnungsstellung. Diese sei unter anderem auf eine Systemumstellung eines Anbieter zurückzuführen, die zu grossen Schwierigkeiten in der Rechnungsstellung führte. Daneben nennt der Bericht die erneute Einführung der Papierrechnungsgebühr durch andere Anbieter als weiteren Grund für den Anstieg der Beschwerden in diesem Bereich. Zudem hätten sich 2015 die Beschwerden über mobile Datenverbindungen gehäuft. Kunden bemängelten, dass ihnen mobiler Datenverbrauch verrechnet wurde, den sie nicht genutzt hätten. (kjo/sda)

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