Mehrstündiger Server-Ausfall bei Tamedia

16. Oktober 2013, 15:34
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Softwarefehler in der Steuerung der redundanten Speichersysteme als Ursache.

Softwarefehler in der Steuerung der redundanten Speichersysteme als Ursache.
Beim Zürcher Verlag Tamedia herrschte gestern Abend in verschiedenen Redaktionen grosse Aufregung. Grund: Ein Server in einem Rechenzentrum in Bern, der die Daten der Redaktionssysteme verwaltet, fiel gegen 17.30 Uhr aus - und auch der Backup-Server streikte. Erst kurz nach Mitternacht konnten die Techniker bei Tamedia mit Hilfe von Externen die Server wieder zum Laufen bringen.
Der mehrstündige Ausfall hatte zur Folge, dass der 'Tages-Anzeiger', die 'Berner Zeitung' und der 'Bund' verzögert oder in einzelnen Regionen gar nicht erschienen. Abonnenten von 'Berner Oberländer' und 'Thuner Tagblatt' erhielten eine 'Berner Zeitung'. Überhaupt nicht gedruckt werden konnten der 'Zürcher Unterländer' und die 'Zürichsee-Zeitung'. '20 Minuten' hingegen konnte ausgeliefert werden.
Ein Software-Problem
Dass ein Rechner samt seinem Backup-System gleichzeitig stundenlang ausfallen, ist ungewöhnlich. In einer Stellungnahme gegenüber inside-it.ch erklärt Tamedia dazu: "Die Redaktions-Produktionssysteme Woodwing und Ngen greifen auf zwei redundante Speichersysteme an zwei unterschiedlichen Standorten in Bern zu. Ein Softwarefehler in der Steuerung der beiden redundanten Speichersysteme führte am Dienstagabend zeitgleich zu einem Ausfall der beiden Speichersysteme. Nachdem das Problem eingegrenzt werden konnte, entschied sich Tamedia gemeinsam mit den externen Partnern und dem Hersteller der Speichersysteme in den USA, der diese Steuerungsoftware zur Verfügung stellt, ein Update der Steuerungssoftware durchzuführen. Dieses Update konnte ausschliesslich vor Ort ausgeführt werden." Den Namen des Herstellers nennt Tamedia nicht.
Zusätzlich erschwert worden seien die Arbeiten durch das zeitgleich in der Nähe stattfindende Fussball-Länderspiel Schweiz-Slowenien, das zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Die Mitarbeitenden und externen Spezialisten, die aus dem Feierabend aufgeboten werden mussten, waren aufgrund dieses Länderspiels teilweise mehr als eine Stunde länger unterwegs als im Normalfall. Nachdem das Software-Update erfolgreich installiert wurde, mussten die Server, die auf die beiden Speichersysteme zugreifen, neu gestartet und verbunden werden. Erst im Anschluss daran konnten die Redaktions-Produktionssysteme wieder ein Betrieb genommen werden. Tamedia betont, dass keine Anzeichen für ein externes Einwirken auf die Steuerungssoftware oder die Speicher vorliegen.
Der Verlag liess seine IT seit 2004 bis vor einem Jahr von Swisscom IT Services betreuen, seitdem ist Tamedia wieder selber dafür zuständig. (Maurizio Minetti)

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