Memory-Krise: COS wieder rot

26. März 2009, 10:54
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Seit dem Jahr 2000 hat die COS Gruppe total 70 Millionen Franken verbrannt.

Seit dem Jahr 2000 hat die COS Gruppe total 70 Millionen Franken verbrannt.
Der ungeheuere Preiszerfall bei Speicherbausteinen, ungünstige Währungsrelationen sowie ein Abschreiber auf der Beteiligung an der deutschen tiscon hat die Badener COS Gruppe letztes Jahr zurück in die roten Zahlen gestossen, wie aus dem Jahresbericht 2008 hervor geht.
Der einst ambitionierte Distributor COS besteht heute nur noch aus der deutschen COS Memory. Und diese litt letztes Jahr unter dem massiven Preiszerfall bei Speicherbausteinen und -Komponenten. So konnte COS Memory letztes Jahr den Absatz in Stückzahlen zwar um 20 Prozent steigern, der Umsatz schrumpfte trotzdem um 25 Prozent auf noch 96 Millionen Franken. Die Bruttogewinnmarge sank von 8 auf 7,2 Prozent, so dass noch ein Gewinnlein auf EBIT-Stufe von 400'000 Franken herausschaute.
Dies reichte natürlich nicht aus, um die Kosten der Holding zu decken. Auf EBIT-Stufe resultierte deshalb ein Verlust von 1,1 Millionen Franken. Dazu kamen Finanzverluste und Abschreibungen auf der Minderheitsbeteiligung an der deutschen tiscon, die aus dem Verkauf des Distributionsgeschäfts in Deutschland stammt. Unter dem Strich resultiert ein Konzernverlust von 1,6 Millionen Franken.
Keine Akquisitionen
Letztes Jahr bezahlte die COS Gruppe bekanntlich über 22 Millionen Franken an die Aktionäre zurück. Damit blieben noch etwas über 10 Millionen Franken an liquiden Mitteln in der Kasse der Badener Gruppe. Diese sollen für Akquisitionen eingesetzt werden. Eine solche scheint aber nicht in Sicht. Man habe 2008 "diverse Akquisitionsprojekte" analysiert, heisst es in der Mitteilung zum Jahresbericht. Diese hätten aber die Kriterien nicht erfüllt.
Ein Groschengrab
In den neun Jahren seit dem Jahr 2000 erwirtschaftete die COS Gruppe gerade mal in zwei Jahren (2002 und 2007) einen Gewinn. Total hat die Gruppe seit der Jahrtausendwende unter der Führung von VR-Präsident Kurt Früh Verluste von netto 70 Millionen Franken produziert. (Christoph Hugenschmidt)

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