Meseck zurück in der ERP-Szene

1. April 2008, 09:01
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Thomas Meseck, der Navision in der Schweiz zu einer Erfolgsstory gemacht hatte, ist mit NVinity zurück in der Szene.

Thomas Meseck, der Navision in der Schweiz zu einer Erfolgsstory gemacht hatte, ist mit NVinity zurück in der Szene.
Seit dem Verkauf von Navision Schweiz an Microsoft vor vier Jahren wurde es ruhig um Thomas Meseck (Foto). Er war Gründer und lange Jahre Chef der erfolgreichen Navision Schweiz in Alpnach. Obwohl die Firma unter dem Namen Navision segelte, gehörte sie nicht etwa dem dänischen ERP-Hersteller, sondern Meseck und seinem Partner. Er hätte gerne mit Navision Schweiz weitergemacht, erzählt Meseck. Schliesslich seien mehr als die Hälfte der Funktionalitäten, die damals unter dem Namen "Navision" in der Schweiz implementiert wurden, auch hier entwickelt worden. Doch da alle anderen unabhängigen Vertriebsgesellschaften in Europa nach dem Verkauf von Navison an Microsoft ebenfalls von den Redmondern geschluckt wurden, hätte es wenig Sinn gemacht, ein Sonderzüglein fahren zu wollen, so die damalige und heutige Einschätzung von Meseck.
Neuanfang mit "altem" Geschäftsmodell
Seit Januar 2007 ist Thomas Meseck nun als Delegierter des Verwaltungsrats der Nvinity Software Schweiz aktiv. Die gleichnamige Software kommt von der deutschen Nissen & Velten Software und ist - ähnlich wie Navision - sowohl eine Lösung mit vielen (ERP, CRM, PPS) Grundfunktionalitäten wie auch eine Entwicklungsplattform. NVinity ist die Nachfolgelösung für SQL-Business, das in der Schweiz durch die Lobos Informatik und weitere Partner vertrieben wird.
Um das indirekte und das direkte Geschäft sauber zu trennen, hat Meseck nun zusammen mit Lobos-Gründer Werner Locher und Nissen & Velten die Nvinity AG auf die Beine gestellt. Lobos wird Endkunden direkt mit der neuen, auf .Net aufgebauten Lösung bedienen, während Meseck mit NVinity einen Partnerkanal aufbaut. "Das Modell ist sehr interessant für Partner. Deren Wertschöpfung und Marge beträgt für Eigenentwicklungen mit der NVinity-Entwicklungsumgebung 100 Prozent," erklärt Meseck das Grundprinzip, mit dem bereits Navision Schweiz arbeitete.
Angesprochen werden ERP-Spezialisten, deren Lösungen in die Jahre gekommen sind und die den Sprung auf die neuen Internet-Technologien, ob Microsoft .Net oder Java, nicht mehr schaffen. Die Ansprüche an die künftigen Partner sind allerdings hoch: "Wir wollen nur wenige aber sehr gute Vertriebspartner und wir stehen keineswegs unter Druck, möglichst rasch, möglichst viele Integratoren für NVinity zu finden," betont Meseck.
Kein Stress
Eine komplett neue Business-Anwendung zu lancieren, braucht einen langen Atem. Er sei zufällig über NVinity gestolpert und eingestiegen, weil ihn das Produkt und die deutschen Entwickler überzeugt haben, begründet Meseck seinen Wieder-Einstieg ins Geschäft.
Zudem habe er keinen Druck, den Erfolg in möglichst kurzer Zeit zu erzwingen. Entwicklerkapazitäten können mit Lobos geteilt werden, deren Endkundengeschäft gut etabliert ist. So kann Nvinity Mitarbeiter nach Bedarf und nach und nach aufbauen. Tatsächlich konnte Lobos Anfang Januar das "Going Live" der ersten vier Kunden mit NVinity vermelden.
Kann sich NVinity als moderne Alternative zu den bekannten Geschäftslösungen im Schweizer (K)MU-Markt etablieren? Mit Thomas Meseck ist zumindest das Wissen, wie man erfolgreich einen Partnerkanal im ERP-Geschäft aufbaut, mit an Bord. (Christoph Hugenschmidt)

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