Microsoft als Don Quixote

4. März 2014, 10:57
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Mit Popups gegen XP: Don Quixote kämpfte gegen Windmühlen, Microsoft gegen sein eigenes Betriebssystem.

Mit Popups gegen XP: Don Quixote kämpfte gegen Windmühlen, Microsoft gegen sein eigenes Betriebssystem.
Am 8.April wird Microsoft den Support für Windows XP einstellen, inklusive Security-Patches. Nun hat der Softwareriese eine neue Initiative angekündigt, um vorher noch einige User dazuzubringen, auf ein neueres Windows zu wechseln: Am 8.März wird bei XP-Usern, die automatische Updates erlauben, ein Popup eingeblendet, dass vor dem Supportende warnt. Ein Klick führt zur "End of Support"-Seite von Microsoft. Die Einblendung soll später jeweils am Achten jedes Monats wiederholt werden.
Ob dies die vielen noch vorhandenen XP-User beeindrucken wird? Microsofts Initiativen scheinen jedenfalls gegenwärtig so wenig erfolgsversprechend wie Don Quixotes Kampf gegen die Windmühlen. Laut Zahlen von Net Applications ist der globale Anteil von Windows XP in den letzten zwei Monaten bei knapp unter 30 Prozent stabil geblieben, beziehungsweise sogar leicht gestiegen. Letzteres dürfte zwar eine eher zufällige Folge der Messungsungenauigkeit sein, die Zahlen zeigen aber trotzdem, dass in letzter Zeit keineswegs eine Welle von XP-Upgrades eingesetzt hat. Dies deutet darauf hin, dass sich die verbliebenen hartnäckigen XP-User wenig um das bevorstehende Supportende scheren.
Auf jeden Fall wird ab dem 8.April eine seit dem Aufkommen des Internets bisher noch nicht dagewesene Situation entstehen: Noch nie lief ein wirklich substantieller Anteil aller PCs mit Internetanschluss mit einem Betriebssystem, bei dem neu entdeckte Sicherheitslücken nicht mehr gestopft werden. Man darf gespannt sein, wie die internationale Szene der Cyberkriminellen darauf reagiert. (Hans Jörg Maron)
(Illustration: Don Quixote in einer Zeichnung von Pablo Picasso.)

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