Microsoft an Unternehmen: Vergesst Vista (wenn ihrs noch nicht habt)

18. Mai 2009, 15:10
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Besser gleich Windows 7 statt Vista testen, findet Microsoft-Mann Bill Veghte. Das rät auch Marktforscher Gartner.

Besser gleich Windows 7 statt Vista testen, findet Microsoft-Mann Bill Veghte. Das rät auch Marktforscher Gartner.
Letzte Woche lief ein kleiner Begeisterungssturm durch die Szene der Mac- und Open-Source-Blogger. Microsoft selbst habe endlich zugegeben,was man schon immer gesagt habe: Windows Vista sei unbrauchbar und Unternehmen sollten es darum nicht einsetzen.
Was Veghte wirklich gesagt hat
Der Anlass dafür war eine Aussage von Microsoft Senior Vice President Bill Veghte letzte Woche an der Enwicklerkonferenz TechEd in Los Angeles. Veghte hat allerdings, so berichtet beispielsweise der bekannte Microsoft-Experte Paul Thurrott, etwas ziemlich anderes gesagt, als das, was die Microsoft-Gegner gehört haben.
Veghtes Aussage gemäss Thurrott:"Wer schon Vista ausrollt... der sollte dabei bleiben. Aber wenn jemand erst gerade damit begonnen hat, Vista zu testen, dann würde ich dazu raten, mit den Tests auf den Release Candidate von Windows 7 zu wechseln, und später auch Windows 7 einzuführen." Gemäss anderen Berichten begründete Veghte dies mit der hohen Qualität, die der RC von Windows 7 bereits habe.
Wenn man das tatsächliche Statement von Veghte lese, sei dies eigentlich nicht sehr kontrovers, findet Thurrott. Bei näherem Hinsehen ist es aber doch ziemlich erstaunlich, findet inside-it.ch. Unseres Wissens hat Microsoft noch nie gesagt, dass es eine gute Idee sein könnte, eine seiner Betriebssystemgenerationen auszulassen – und darauf läuft Veghtes Ratschlag für alle Unternehmen hinaus, die noch keinen Vista-Rollout begonnen haben. Zu Vista erklärten Microsoft-Verteter beispielsweise bisher, dass ein Upgrade zumindest den späteren Wechsel auf Windows 7 erleichtern werde.
Gartner: Sechs Monate Verzögerung kann man in Kauf nehmen
Auch das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat in einer kürzlich veröffentlichten Analyse ganz ähnliches geraten, wie nun Microsoft-Mann Bill Veghte. Sich auf eine Windwos 7-Migration vorzubereiten verursache ungefähr den gleichen Aufwand wie für eine Vista-Migration. Wer also bisher kein Vista-Projekt ins Auge gefasst habe, könne dies ruhig auch weiter bleiben lassen.
Eine Mehrheit der Unternehmen ist, wie man aus Umfragen weiss, längst selbst zu diesem Schluss gelangt und plant seit längerem, Vista auszulassen.
Gartner rät aber auch Unternehmen, die bisher noch auf Vista migrieren wollten, sich dies noch einmal zu überlegen, zumindest, falls der eigentliche Rollout noch nicht begonnen hat. Wenn der Wechsel auf Windows 7 die tatsächliche Umstellung um nicht mehr als sechs Monate verzögern würde, könnte er sich laut Gartner lohnen. Mit der leichten Verzögerung und etwas Mehraufwand könnte man sich ein Projekt erkaufen, das bei Usern besser ankomme, mehr Langlebigkeit biete und nicht zuletzt "politisch" wohl weit besser durchsetzbar wäre.
Bei Vista-Einführung: Schnell weiterwechseln
Sogar Unternehmen, die bereits Vista einführen, sollten schnell weiterwechseln, rät Gartner, und bereits Ende 2010 oder Anfang 2011 weiter auf Windows 7 migrieren. Dies gelte, da aktuelle Vista-Hardware meist auch für Windows 7 geeignet sei, besonders für Firmen, welche den Betriebssystemwechsel gegenwärtig über eine Hardware-Erneuerung bewerkstelligen.
Auch wenn die Mehrheit der Applikationen, die auf Vista laufen, auch mit Windows 7 kompatibel sein sollte, müssen Unternehmen zuerst den offiziellen Support durch ihre Lieferanten sicher stellen. Zusammen mit den notwendigen Softwaretests wird dies dazu führen, dass die erste grössere Welle von Windows 7-Migrationen frühestens 12 bis 18 Monate nach dem Marktstart des Endprodukts beginnt, schätzt Gartner. Unternehmen, die noch länger bei XP bleiben, sollten den Wechsel bis spätestens Ende 2012 in Angriff nehmen. (Hans Jörg Maron)

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