Microsoft begräbt Wunderlist und setzt ganz auf "To Do"

10. Dezember 2019, 12:40
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Zwei Jahre nach der Übernahme von Wunderlist präsentierte Microsoft die darauf basierende Planer-App "Microsoft To Do". Nun, nochmals etwa zweieinhalb Jahre später, beerdigt man in Redmond mit Wunderlist ein populäres Tool für Zeitmanagement, Terminverwaltung und Tagesplanung.

Ab dem 6. Mai 2020 könnten in der App keine Listen oder Aufgaben mehr bearbeitet werden. Dann sollen alle Anwender auf "To Do" migriert sein, hofft Microsoft in einem Blogbeitrag. "Ob Stadt oder App, Bewegung kann stressig und beängstigend sein – aber vor allem aufregend und erfrischend", schreibt der Tech-Riese dazu blumig.
2015 hatte Microsoft zwischen 100 und 200 Millionen Dollar für das Berliner Startup 6Wunderkinder bezahlt, wie damals geschätzt wurde. Wunderlist, die Lösung aus dem Hause, diente schliesslich als Grundlage für "To Do", das tiefer in Outlook, Microsoft Planer und Cortana integriert werden sollte.
"Seit unserem Eintritt bei Microsoft im Jahr 2015 haben wir unseren Fokus vom Aufbau von Wunderlist auf die Entwicklung von To Do verlagert. Wir haben die Veröffentlichung neuer Funktionen und Updates für Wunderlist eingestellt, und es wird immer schwieriger, die App mit zunehmendem Alter zu warten", heisst es in einem FAQ.
Doch Wunderlist selbst lebte weiter, auch wenn seit 2015 keine Features und Updates mehr geliefert wurden. "Auch nach Jahren der Vernachlässigung bleibt Wunderlist eine sehr beliebte Anwendung für Aufgaben. Zum grossen Teil, weil sie einzelne Aufgaben sehr gut erledigt, geräteübergreifend synchronisiert und es Benutzern ermöglicht, Aufgaben schnell und einfach Termine zuzuordnen", schreibt 'The Register'. Das ist für Microsoft offenbar nicht Grund genug, die Lösung am Leben zu lassen. (ts)

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