Microsoft bringt Online-CRM

11. Juli 2006, 13:49
  • business-software
image

Wieviel Fleisch am Knochen bleibt für Partner?

Wieviel Fleisch am Knochen bleibt für Partner?
Microsoft erweitert den Umfang der Dienstleistungen, die man Online über die "Live"-Plattform mieten kann, mit grossem Tempo. So kündigte der Redmonder Software-Konzern heute an der Partnerkonferenz in Boston eine Online-Version von 'Dynamics CRM' an. Die Software kann heute schon als monatlich mietbare Dienstleistung genützt werden, Hosting, Betrieb und Anpassung des Pakets für die Kundenpflege wurden bisher aber einzig von Microsoft-Partnern angeboten.
Ab dem zweiten Quartal 2007 soll die Software - vorert nur in den USA - auch auf der "Live"-Plattform von Microsoft angeboten werden. Das System unterstütze eine unbeschränkte Anzahl Nutzer heisst es seitens Microsoft, doch ziele das Angebot anfänglich auf Kleinfirmen, für die es heute keine flexiblen und kosteneffektive Lösungen gebe.
Benützer werden über eine spezielle Version des E-Mail-Clients Outlook, über einen Webbrowser und über spezielle Clients für mobile Geräte auf ihre Daten zugreifen können. Über die zu erwartenden Preise der Dienstleistung, die die Benützung der Software und die Datenhaltung umfasst, ist noch nichts bekannt.
Was bleibt für Partner?
Mit "Live CRM" wird Microsoft erstmals ein komplettes Software-Paket direkt verkaufen, respektive vermieten. Umso raffinierter der Schachzug, die Dienstleistung auf der Partnerkonferenz anzukündigen. Microsoft betont denn auch die Chancen, die sich für Partner ergeben würden. Sie könnten vermehrt noch "vorgepackte" Lösungen für ihre Kunden entwickeln und ausrollen, heisst es aus Boston. "Live CRM" wird die gleichen Konfigurationswerkzeuge haben wie die bisherigen Versionen. Partner könnten des industriespezifische Lösungspakete entwickeln und diese in allen drei Vertriebsvarianten (vom Kunden gekauft und dort installiert, durch Dritte oder durch Microsoft gehostet) anbieten. Kunden könnten auch je nach Bedarf von der einen zur anderen Vertriebsvariante wechseln, so Microsoft.
Die Frage bleibt natürlich, ob man bei "Live CRM" ebenfalls eine Marge verdienen kann und wer "im Besitz" der Kundenbeziehung ist, wenn die Dienstleistung direkt aus einem Microsoft Rechenzentrum bezogen wird. Diesen Fragen werden wir in späteren Artikeln nachgehen.
Microsoft schreibt Open-Source-Software
Gleichzeitig kündigte Microsoft heute eine Open-Source-Software (quel miracle!) für mobile Geräte wie Smartphones an, mit dem man auf 'Dynamics CRM'-Daten zugreifen kann. Die Software wurde heute in Boston gezeigt und soll ab August erhältlich sein.
Ebenfalls noch im laufenden Sommerquartal soll es einen neue Version des XML-Servers "BizTalk"-Server von Microsoft geben, mit der man die CRM-Software von Microsoft an Konkurrenzprodukte wie Siebel und an die grossen ERP-Lösungen von Oracle und SAP anflanschen kann.
Seit dem recht grossen Erfolg von Salesforce.com, eine Software die vorzugsweise im Paket mit Datenhaltung und -Sicherung durch Salesforce direkt verkauft wird, springen immer mehr Anbieter auf den Software-als-Service-Zug. Software für die Kundenbetreuung (CRM = Customer Relationship Management) eignet sich besonders gut für den Bau gehosteter Lösungen, da Mitarbeitende von überall her auf die Daten zugreifen können müssen. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

MFA kommt erst langsam in Firmen an

Die Zahl der Unternehmen, die Multifaktor-Authentifizierung für Angestellte implementieren, steigt einem Report von Thales zufolge nur langsam.

publiziert am 22.9.2022
image

Yokoy kündigt seinen Vertrag mit Bexio

Weiteres Ungemach für Kunden des Business-Software-Anbieters. Das Fintech Yokoy will sich künftig auf mittlere und grosse Kunden fokussieren.

aktualisiert am 23.9.2022 1
image

Kyndryl präsentiert neue Plattform für Ressourcenmanagement

"Kyndryl Bridge" soll Unternehmen helfen, den Überblick über ihre IT-Infrastruktur zu behalten. Mit der Lancierung tritt auch der neue Schweiz-Chef Olivier Vareilhes verstärkt ins Rampenlicht.

publiziert am 21.9.2022
image

2023 zieht Helvetia den eigenen RZs den Stecker

Helvetia will komplett in die Cloud. Wir haben mit CTO Achim Baumstark, Cloud-Leiter Raphael Graber und Michael Hanisch von AWS über die Migration gesprochen.

publiziert am 15.9.2022