Microsoft bringt Online-Software fürs Proletariat

19. März 2009, 15:24
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Microsoft Schweiz gibt an den X.Days Preise und Verfügbarkeitsdaten für die gehosteten Kommunikationslösungen der "Business Productivity Online Suite" bekannt.

Microsoft Schweiz gibt an den X.Days Preise und Verfügbarkeitsdaten für die gehosteten Kommunikationslösungen der "Business Productivity Online Suite" bekannt.
Microsoft steigt in der Schweiz massiv in das Geschäft mit gehosteter Software ein. So kann man ab sofort die Kommunikationslösungen der "Business Productivity Suite" (Exchange, SharePoint, Office Communications und Office Live Meeting) während 30 Tagen für maximal 20 Anwender gratis testen.
Wie ernst es den Schweizer "Softies" ist, zeigt auch der Umstand, dass man Morgan Cole für die gestrige Präsentation der Online-Lösungen aus Redmond eingeflogen hat. Cole ist Marketing-Chef für das Geschäft mit Online-Lösungen für Firmen - und was er zu erzählen hatte, hatte es in sich.
Kommunikationslösungen sind erst der Anfang
Die 'Business Productivity Online Suite' mit der Firmen das komplette Set von Kommunikationslösungen mieten und übers Internet beziehen können, ist gemäss Cole erst der Anfang. Microsoft wird auch Geschäftslösungen, insbesondere CRM, aber auch die Datenbank SQL Server als Service anbieten.
Gemäss Cole hat Microsoft - wie es Google mit dem berühmten "Googleplex" vormacht - ein weltweites Netz von miteinander verbundenen Rechenzentren aufgebaut. Bestückt sind die Server, auch das kennt man von Google, mit selbst entwickelten, spezialisierten Servern. In Europa sitzen die Rechenzentren in Irland und den Niederlanden. Von Microsoft gehostete Daten würden die EU also nicht verlassen, versprach Cole. Zudem würde Microsoft selbstverständlich die EU-Datenschutznormen einhalten. Ein Rechenzentrum in der Schweiz, in dem die Schweizer Rechtsnormen (Bankgeheimnis etc.) eingehalten wird, scheint aber nicht geplant zu sein.
Konsolen für Admins
Einzelne Anwender können Online-Kommunikationslösungen von Microsoft entweder über einen "Rich Client", der auf dem PC installiert werden muss, oder dann innerhalb eines Browsers bedienen. Für Administratoren gibt es zwei Konsolen. Mit der einen können die Lizenzen verwaltet werden, mit der anderen werden die Services und User-Daten (z.B. Eröffnung neuer E-Mail-Accounts) administriert.
Tiefe Preise - Synchronisation mit Inhouse-Verzeichnissen
Erstmals waren am Vortrag von Cole die genauen Preise für die Online-Services von Microsoft zu erfahren. Und diese sind verlockend tief. So kostet Exchange Online Standard 14 Franken pro Monat und User, Office SharePoint Online kostet 10, Office Communications Online 3.50 und Office LiveMeeting 6.50 Franken pro User und Monat. Als Paket kostet das ganze noch wesentlich weniger, nämlich 22 Franken pro User und Monat. In den Preisen inbegriffen ist der Betrieb der Hardware, Backup und der Unterhalt der gesamten Kommunikationsinfrastruktur.
Neben den tiefen Preisen imponiert die Verknüpfbarkeit mit Daten und vor allem Verzeichnisdiensten, die Anwender womöglich innerhalb der Firma behalten wollen. So lassen sich die Daten, die im Rahmen der 'Business Productivity Online Suite' bei Microsoft gelagert werden, mit ActiveDirectory-Servern (zentraler Verzeichnisdienst), die inhouse betrieben werden, synchronisieren. Die Informatikabteilung einer Firma behält so die Kontrolle über Anwender, Rollen und Regelungen.
Billigst-Version für ArbeiterInnen
Cole kündigte zudem eine interessante weitere Version, die 'Deskless Worker Suite' an. Diese Online-Lizenzform ist für Mitarbeitende gedacht, die nur selten Zugriff zu gemeinsamen Dokumenten und E-Mail brauchen, typischerweise also "BüezerInnen". Die 'Deskless Worker Suite' kostet läppische fünf Franken pro User und Monat. Inbegriffen sind Exchange und SharePoint Online - allerdings mit wesentlich weniger verfügbarem Speicherplatz als bei der oben erwähnten Standard-Version.
Upgrade von bestehenden Volumenlizenzen
Die Testversion der 'Business Productivity Suite' ist ab sofort verfügbar. Die einzelnen Services werden dann bis ins erste Halbjahr 2009 ('Deskless Worker Suite') noch und nach in Produktiv-Versionen zu Verfügung gestellt. Vertrieben werden die Lösungen über eine ganze Reihe von Microsoft-Partnern.
Für Firmen mit bestehenden Volumenlizenzen, insbesonders einem 'Enterprise Agreement' gibt es gemäss Cole Migrations-Pfade. Microsoft schütze die zuvor getätigten Investionen, versprach Cole. (Christoph Hugenschmidt)

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