Microsoft Business Solutions und der Beratermangel

15. Juni 2007, 15:13
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"Wir wollen nicht unbedingt mehr Partner aber mehr Berater-Kapazitäten bei unseren Partnern"

"Wir wollen nicht unbedingt mehr Partner aber mehr Berater-Kapazitäten bei unseren Partnern"
Am gestrigen Anlass für Presse und Analysten im europäischen Entwicklungszentrum für die "Dynamics" Business-Lösungen von Microsoft, wurden auch einige ziemlich imposanten Zahlen präsentiert. Microsoft hat mit der "Dynamics"-Familie (Axapta, CRM, Navision, Great Plains, Solomon) an allen Fronten zugelegt, sagte AX- und NAV-Boss Mogen Elsberg.
Konkret hat gemäss Microsoft gemäss Elsberg im letzten Geschäftsjahr 2005/2006 - die neueren Zahlen durfte er noch nicht sagen - nun weltweit 57'000 Kunden für Navision. Ein Plus von 7'600. Es gibt nun über 1'500 Add-On-Lösungen (Vertikalisierungen) aus über 150 Ländern und über 2'700 Partner. Mit Axapta (AX) ist Microsoft nun gemäss Elsberg auch in China, Brasilien und ab nächster Woche in Japan präsent. Es gibt über 7'500 Kunden und 1'500 Partner wozu nun auch vermehrt grosse Beratungshäuser und Systemintegratoren gehören. Neue Partner hat Microsoft gemäss Elsberg vor allem auch unter unabhängigen Software-Herstellern gewonnen, die AX als Plattform oder Ergänzung für ihre vertikale Lösung benützen wollen. Weltweit sieht sich Microsoft damit als klar stärkster einzelnen Hersteller im Segment für ERP-Systeme für KMU. Logisch aber, dass das Total der unabhängigen "local heros" immer noch sehr viel grösser ist.
Ingesamt legte der ERP-Umsatz gemäss "Dynamics"-COO Klaus Holse Andersen letztes Jahr um 17 Prozent auf eine knappe Milliarde Dollar zu. Auch im laufenden Geschäftsjahr, das diesen Monat zu Ende geht, soll das Wachstum "gut zweistellig" sein.
"Wir brauchen mehr Berater"
Gemäss MBS-Mann Cesar Cernuda gibt es heute weltweit über 3'000 Partnerlösungen, die auf AX, Great Plains oder NAV aufbauen. 1'744 davon sind im Microsoft'schen "Solution Finder" gelistet. Die Redmonder versuchen aktiv, ihre Partner dazu zu bringen, sich gegenseitig vertikalisierte Lösungen oder Lösungsteile zu verkaufen.
Zudem habe man in den letzten 18 Monaten 75 unabhängige Software-Hersteller, die teilweise selbst wieder tausende von Kunden mitbringen, die zusätzliche Lösungen zu Axapta oder Navision entwickeln oder ihre Lösungen grad ganz auf die Microsoft-Plattformen hiefen.
Probleme gibt es gemäss Cernuda allerdings bei der Rekrutierung von qualitifizierten Beratern für die AX- und NAV-Reseller. Eine Analyse, die wir auch schon von grossen Schweizer Axapta-Spezialisten gehört haben. Für Cernuda, der die MBS-Vermarktung ausserhalb der USA verantwortet, ein Problem, das direkt auf die Kundenzufriedenheit zurückschlägt. Gemäss Cernuda hat Microsoft in den letzten zwei Jahren 6'300 zusätzliche Consultants ausgebildet und zertifiziert - unsere Leser wissen, dass Microsoft dabei auch mit sanftem Zwang nachgeholfen hat.
Wie Cernuda betonte, sei für den Redmonder Riesen heute nicht die Zahl der Partner, die NAV oder AX verkaufen und implementieren, entscheidend, sondern die Zahl der zertifizierten Berater: "Unsere Herausforderung ist es heute, genügend Consultants zu finden, um das Wachstum zu verkraften."
Zusätzliche Partner will Microsoft in (Teil-)Branchen finden, wo es bisher noch keine NAV- und/oder AX-basierenden Lösungen gibt. Für bestimmte, grosse Branchen entwickelt Microsoft allerdings selbst Ausprägungen. So für herstellende Betriebe ("Manufacturing"), Grosshandel, Professional Services, den Public-Sektor und den Detailhandel. (Christoph Hugenschmidt)

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