Microsoft: Die "Cloud" ist der neue PC

1. März 2010, 17:24
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Und der läutete einst die Erfolgsgeschichte des Softwareriesen ein. Das neue Microsoft-Credo: Nun bringt die "Cloud" einen neuen Technologiesprung für Arbeit, soziale Kontakte und Lehre.

Und der läutete einst die Erfolgsgeschichte des Softwareriesen ein. Das neue Microsoft-Credo: Nun bringt die "Cloud" einen neuen Technologiesprung für Arbeit, soziale Kontakte und Lehre.
Microsoft hat nach Jahren von höchstens halbherzigen Versuchen mit und skeptischen Kommentaren zu den Zukunftschancen von Online-Services – schliesslich hat man mit der traditionellen Software-Vertriebsform als Schachtel oder Lizenz haufenweise Geld verdient – seinen inneren Widerstand mindestens kommunikationsmässig aufgegeben. Das Wort "Cloud" war jedenfalls heute an der Haupt-Pressekonferenz des Softwareriesen anlässlich der CeBIT das meistgehörte Schlagwort aus dem Munde der Microsoft-Offiziellen.
Microsoft-Deutschland-Chef Achim Berg gab der Technologie den offiziellen Microsoft'schen Segen: "Cloud Services sind kein Hype, sondern ein Technologiesprung, so wie einst die Einführung des PCs in die Arbeitswelt". Um das zu unterstreichen, präsentierte das Unternehmen Kunden wie Volkswagen, Partner wie das Business-Netzwerk Xing, neue Partner für seine Online-Service-Suite wie Orange Business Services oder die Deutsche Post sowie seine Vision vom "digitalen Klassenzimmer" der Zukunft.
Microsofts Cloud-Initiativen umfassen neben Online-Angeboten mit Business- und Office-Software die Web Apps des kommenden Office 2010 ebenso wie die Verknüpfung von Microsoft-Anwendungen mit dem Sozialen Web, vernetztes Lernen sowie natürlich auch die Cloud-Plattform Azure. Sie sollen, so Microsoft vollmundig, die Arbeit ebenso wie die Freizeit revolutionieren.
Zusammenarbeit und Business-Kontaktpflege
"Der Vorteil von Cloud Services liegt in der Zusammenarbeit", betonte Berg im Rahmen Pressekonferenz. Er verweist beispielsweise auf "Multi-Authoring", das gleichzeitige Bearbeiten von Dokumenten in der Cloud mit einem User vorbehaltenen Datei-Teilbereichen. Dass gerade Office 2010 in Sachen effizienter Zusammenarbeit ein grosser Wurf werden soll, versuchte Microsoft durch den Kunden VW zu unterstreichen. Dieser setze bereits die Beta-Version ein und werde mit dem endgültigem Erscheinen der neuen Office-Version komplett auf diese umstellen.
Unterdessen hat Microsoft auch den Wert von sozialen Netzwerken für Unternehmen entdeckt. Eine Xing-Partnerschaft für den Outlook Social Connector verspricht beispielsweise eine einfachere Business-Kontaktpflege. Zum Start von Outlook 2010 voraussichtlich im Juni wird Xing ein Plug-in anbieten, das eine Integration von Xing-Daten in die Outlook-Inbox erlaubt. Das umfasst etwa Fotos und Infos zu den aktuellsten Aktivitäten von Xing-Kontakten. Xing-CEO Stefan Gross-Selbeck demonstrierte auch, wie leicht es dadurch werden soll, Geschäftskontakte einzuladen, Teil des eigenen Netzwerks auf Xing zu werden.
Klassenzimmer ist vernetzt
Den Wert der Möglichkeit, Powerpoint-Präsentationen direkt im Browser zu erstellen, versuchte Microsoft auch mit einer Vorführung eines "digitalen Klassenzimmers" zu demonstrieren. Auf 150 Quadratmeter zeigt das Unternehmen im Rahmen der CeBIT auch, wie sich beim Unterricht der Zukunft 3D-Avatare als Kommunikationsmittel zwischen Schülern vor Ort und wissenschaftlichen Experten an Forschungseinrichtungen nutzen lassen könnten. Microsoft verwies zudem auf sein Angebot [email protected], mit dem Bildungseinrichtungen ihren Schülern und Studenten unter anderem ein Exchange-Postfach sowie SkyDrive-Onlinespeicher bieten können.
Der Konzern betonte auch, dass sich Online-Services sowie Cloud-Anwendungen auf Basis von Windows Azure grossen Interesses erfreuen würden. Microsofts Online Services wie etwa Sharepoint Online würden bereits bei über 500 Unternehmenskunden eingesetzt. (hjm/pte)

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