Microsoft, die Produktivität und die Wirtschaft

17. Juni 2005, 17:01
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
Seit gestern Abend fühle ich mich schuldig. Nicht nur Microsoft-Schweiz Chef Alexander Stüger und Bundesrat Deiss, sondern auch Professor Dr. Bernhard R. Katzy, Direktor des Center for Technology an Innovation (CeTIM), Siemens VP Carl Wich, Andreas Wetter von der Orange, Dr. Eric Scheidegger vom Seco und zum Schluss auch noch Dr. Pascal Sieber sagten mir laut und deutlich: Wir sind zu wenig produktiv. Wir arbeiten in der Schweiz zwar wie verrückt und geben erst noch Geld für ICT-Infrastruktur aus wie blöd (8% des Bruttosozialprodukts) aber es schaut zuwenig dabei heraus.
Zum Beispiel reisen wir immer noch in der Weltgeschichte herum, statt mit Microsoft-Tools, die von Siemens im Unternehmen integriert wurden, über Orange-Leitungen zu konferieren. Und wir kosten so dem Lande, der Wirtschaft, und uns selbst 1,925 Milliarden Franken, wie Pascal Sieber gestern Abend den (nach Kloten angereisten - pfui!) Medienschaffenden erklärte.
Noch ein Beispiel: Auffallend viele Chefs unter unseren Lesern haben die Angewohnheit, laufend ihre Passwörter für inside-channels.ch zu vergessen und Mails entweder massenhaft oder dann an die falsche (alte) Adresse, wo sie dann von den falschen Leuten gelesen werden, zu senden.
Stiftung hilf!
Doch mit dem Schlendrian, der Herumreiserei, dem hilflosen Wühlen in PowerPoint- und Word-Dateien und dem "Fröllein Meier, bitte planen Sie ein Meeting mit den Stabschefs für Woche 47 und reservieren Sie mir den Flug nach Timbuktu" ist jetzt vorbei. Die von Microsoft, Siemens und Orange gesponsorte, von Bundesrat Deiss und dem Seco moralisch unterstützte (PPP!) und von Professor Katzy und Dr. Sieber wissenschaftlich begleitete Stiftung Produktive Schweiz wird uns beibringen, endlich produktiver zu malochen.
Also werden wir statt nur immer Outsourcing von Siemens, Software von Microsoft und SPV-Handys von Orange für teures Geld zu posten, das Zeugs auch endlich benützen. Und zwar "weltmeisterlich effizient" (Wetter). Dann geht es der Wirtschaft gut, denn sie kann ganz China mit Software, Textilmaschinen, Robotern und derivativen Finanzprodukten überfluten (die Uhren zähle ich da nicht auf - der Hayek ist schon effizient) und das wiederum bedeutet, dass der Rubel rollt und wir uns auch in Zukunft ein Glas Hahnenwasser in den Zürcher Beizen leisten werden können. Und den Upgrade auf Longhorn. (Christoph Hugenschmidt)

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