Microsoft, die Produktivität und ich

10. Juni 2005, 16:21
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht
Falls Sie mich in den letzten vier Wochen angetroffen haben, habe ich vielleicht einen ziemlich unausgeschlafenen Eindruck gemacht. Es stimmt: Ich bin erledigt, kaputt, ausgepowert. Denn Nacht für Nacht hocke ich vor meinem Heim-PC und führe einen ungleichen Kampf.
Vor etwa vier Wochen wurde mein Internet Explorer gekapert. Mein lieber Norton sah den Bösewicht zwar und die Firewall behauptete, sie könne den entführten Explorer daran hindern, wild auf eigene Faust herumzusurfen. Aber löschen konnte er das fiese Teil nicht. Dito Microsoft Antispyware, dito diverse 30-Tage-Gratis-Testversionen von Putzprogrammen (Dank an PC-Tipp!). Bis sich dann etwa in der fünften Nacht eines der Anti-Spyware-Programme und der Norton in die Haare gerieten. Bluescreen, Windows-Recovery-CD (Nacht 6), Zugangsdaten zur Haus-Firewall etc. suchen und am richtigen Ort eintöggelen (Nacht 7), Windows-Udpate, SP2 (Nacht 8), Norton wieder installieren und upgraden (Nacht 9). Doch der Norton will nicht mehr mit SP2 und ohne Virusfilter und Firewall mag ich den Cömpi nicht mal anwerfen. Nichts tun und mich grün und blau ärgern: Nacht 10 bis 15.
Meine Heimproduktivität, schon bisher nicht überragend, ist auf 0 (Null) gesunken. Ich bezahle keine Rechnungen mehr (wie auch?), schaue die Steuererklärung nicht mal an, lese keine Mails. "Selber schuld!" werden Sie sagen, wenn Sie ein PC-Crack sind, "Microsoft ist schuld!", falls Sie zur Linux-Community gehören und "Wo haben Sie den Browser-Hijacker genau aufgelesen?" werden Sie mich fragen, wenn Sie Ihre Nase gerne in Dinge stecken, die Sie nichts angehen. Und Sie alle haben Recht.
Rettung naht!
Doch mein Kampf um Produktivität im Home-Office ist noch nicht ganz verloren. Denn Microsoft wird nächste Woche zusammen mit Bundesrat Deiss und anderen Koryphäen die Gründung einer Stiftung zur Förderung der Produktivität in der Schweiz ankündigen. Die Produktivität der SchweizerInnen wird von der Stiftung unbarmherzig in unbekannte Höhen geprügelt werden. Und auch die Meinige wird im Sog des des schweizweiten Trends zum schnelleren Schaffen wieder steigen.
Aber Psssst! Das Projekt ist noch geheim. Ich habe Ihnen nichts gesagt. (Christoph Hugenschmidt)
Ihre Kommentare (und Hilfsangebote) sind uns willkommen.

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