Microsoft entwickelt P2P-Software

17. Juni 2005, 07:14
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Alternative zu BitTorrent und Co. ...und erst noch eine Schlaue.

Alternative zu BitTorrent und Co. ...und erst noch eine Schlaue.
Wie verschiedene britische Medien berichten hat eine Forschungsabteilung von Microsoft in Cambridge einige Details über ein Peer-to-Peer-Filedistributionssystem, das dort entwickelt wird, bekannt gegeben. Natürlich betonten die Microsoft-Leute, dass die Software keinesfalls für illegales File-Sharing gedacht ist, sondern nur dazu dienen soll, die Verbreitung von legitimen Files zu erleichtern. Gemäss den Forschern soll das System durch technische Sicherheitsmassnahmen auch gar nicht für andere Zwecke missbraucht werden können.
Das Microsoft-System, das den Codenamen "Avalanche" trägt, hat aber gegenüber traditioneller P2P-Software Vorteile, die nach denen sich auch nicht ganz koschere User die Finger lecken dürften. Ähnlich wie die BitTorrent- oder eDonkey-Netzwerke ist Avalanche für die Verbreitung von sehr grossen Files, zum Beispiel Filmen oder Software, ausgelegt. Wie bei diesen Systemen werden die grossen Files in kleine Stücke zerlegt, welche die Anwender nicht in einer bestimmten Reihenfolge downloaden müssen und von mehreren Quellen beziehen können – hat ein Anwender ein Stück heruntergeladen, kann er dieses sofort weiterverbreiten.
Bei den bisherigen Systemen zeigte sich aber, dass die einzelnen Stücke meist ungleich häufig im Netzwerk vorhanden sind. Die User können daher oft einen grossen Teil eines Files schnell herunterladen, müssen dann aber lange auf ein paar restliche fehlende Teile warten.
Beim Microsoft System werden nun die Originalfiles neu codiert. Dabei werden aus den ursprünglichen Daten zusätzliche Kontrolldaten errechnet. Diese zusätzlichen Daten ermöglichen, ähnlich wie bei RAID-Systemen oder Archiven mit PAR-Files die Rekonstruktion fehlender oder schadhafter Teile. Bei Avalanche enthält jedes der Stücke eines Files zusätzlich diese Metadaten. Hat man genügend Stücke eines Files beisammen, kann der fehlende Rest rekonstruiert werden. Das reduziert zwar nicht die Datenmenge, welche heruntergeladen werden muss – die Menge der Zusatzdaten entspricht der Menge der fehlenden Teile, die rekonstruiert werden können – aber es kommt nicht darauf an, welche Teile fehlen. (hjm)

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