Microsoft erneut unter EU-Lupe

15. Januar 2008 um 09:43
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Mit zwei neuen Untersuchungen setzt die EU-Kommission Microsoft erneut unter Druck. Im Fokus der Ermittler sind diesmal vor allem Microsofts Webbrowser Internet Explorer und die Office Suite.

Mit zwei neuen Untersuchungen setzt die EU-Kommission Microsoft erneut unter Druck. Im Fokus der Ermittler sind diesmal vor allem Microsofts Webbrowser Internet Explorer und die Office Suite.
Kaum hat die EU-Kommission ein Bussgeld in Höhe von knapp 809 Millionen Franken uneingeschränkt bestätigt, droht Microsoft neues Ungemach aus Brüssel. Zwei Klagen, die eine von Opera bezüglich Microsofts Webbrowserpolitik und vom European Committee for Interoperable Systems (ECIS) bezüglich Schnittstellen und Standards unter anderem in der Office-Suite und einigen Server-Produkten, werden untersucht.
Wie schon zuvor andere Konkurrenten bei der Integration des Mediaplayers in die Microsoft-Betriebssysteme, sieht auch Opera beim Browser Internet Explorer einen Missbrauch der Marktposition. Während man bei Microsoft argumentiert, dass der User doch jeden Browser seiner Wahl nutzen und auch zum Standardbrowser erklären könne, verweist Opera auf die proprietären Lösungen und Abweichungen von den anerkannten Webstandards, die für das Microsoft-Produkt typisch sind. In der Tat bleibt Nutzern der Microsoft-Betriebssysteme der Internetexplorer selbst nach einer scheinbaren Deinstallation erhalten. Über den Umweg "Alle Programme / Windows Update“ ist er auf wundersame Weise wieder vorhanden und notwendig, will man nicht einen riesen Aufwand für die Updates betreiben.
Fehlende Interoperabilität von Microsoft-Software mit Produkten von Drittanbietern moniert dagegen die ECIS. Dies betreffe sowohl die Office Suite, als auch Server-Software und das .NET-Framework. Teil der Auflagen des letzten Bussgeldes gegen Microsoft, war die Offenlegung relevanter Schnittstellen binnen 120 Tage. Nach Angaben der ECIS würde Microsoft trotz eindeutiger Rechtsprechung hier Informationen zurückhalten.
Die EU-Kommission hat die Untersuchung der Vorwürfe aufgenommen. Gerade die Luft anhalten bis zu einem Urteil sollte man allerdings nicht: Beim letzten Mal brauchte man fünf Jahre. (Thomas Mironiuk)

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