Microsoft eröffnet Open Source-Ratgeber-Site

6. April 2006, 15:16
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Microsoft? Open Source? Auf einer neuen Microsoft-Site sollen sich Kunden, die Microsoft- und Open-Source-Software kombinieren, Rat finden – ganz neutral.

Microsoft? Open Source? Auf einer neuen Microsoft-Site sollen sich Kunden, die Microsoft- und Open-Source-Software kombinieren, Rat finden – ganz neutral.
Wie Bill Hilf, "General Manager of Platform Technology Strategy" bei Microsoft gegenüber US-Pressevertretern erklärte, eröffnet Microsoft heute eine Website für Open Source-Anwender. "Port 25", wie die Site heissen soll, war unter der in den Medienberichten genannte Adresse www.port25.technet.com zum Zeitpunkt als dieser Artikel online ging allerdings noch nicht erreichbar.
Auf Port 25 sollen Informationen über die Zusammenarbeit von Open Source- und Microsoft-Lösungen zu finden sein. Anwender, vor allem aus Unternehmen, die Microsoft-Software zusammen mit Open Source-Software, darunter Linux, betreiben wollen, sollen auch ganz spezifische Fragen stellen können.
Im Gegensatz zu erklärtermassen gegen Open Source gerichteten "Aufklärungskampagnen" wie "Get the Facts" soll Port 25 anscheinend neutral bleiben. Wie Hilf versicherte, geht es Microsoft darum, die Interoperabilität von Open Source- und Microsoft-Produkten in der Realität zu verbessern. "Wir öffnen damit im Prinzip die Türen unseres eigenen Linux-Labors." Microsoft betreibt ein Labor mit 300 Servern, auf denen Linux- und Open Source-Produkte und ihre Kompatibilität zu Microsoft-Software getestet wird. Das Wichtigste, was man sich durch Port 25 erhoffe, so Hilf, sei Feedback durch die Kunden.
Die Eröffnung von Port 25 bedeutet wohl kaum, dass Microsoft seine Anti-Open Source-Rhetorik aufgeben wird – schliesslich ist Open Source eine Konkurrenz, die Microsoft an der eigenen Brieftasche spürt. Aber man kann die Site als einen Ausdruck der typisch Microsoft'schen Pragmatik sehen. Den Microsoft-Strategen dürfte es klarer sein als manchen anderen, dass die Konkurrenz aus dem Open Source-Lager nicht mehr verschwinden wird. Da macht es auch geschäfftlichen Sinn, nicht im Abseits zu stehen, sondern auch Kunden, die sich für Microsoft und Open Source entschieden haben, zu unterstützen. (Hans Jörg Maron)

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