Microsoft Exchange Server sind wieder unter Attacke

13. August 2021, 13:11
  • security
  • breach
  • lücke
  • microsoft
image

Security-Forscher berichten über die Kombination von drei Lücken, die die remote Ausführung von Code erlaubt. Es gibt Patches!

Lücken in Microsofts Exchange Server 2013, 2016 und 2019 werden derzeit wieder aktiv ausgenutzt. Nach aktiven Scans sollen Kriminelle Backdoors installieren, um später Zugriff auf die Systeme zu haben. Microsoft drängt zum Patchen.
Konkret kombinieren die Kriminellen drei Lücken, um die Authentifizierung zu umgehen und ihre Malware aus der Ferne zu installieren. Die Patches stehen bereit: Für CVE-2021-34473 und CVE-2021-34523 seit April, für CVE-2021-31205 seit Mai.
Erstmals zeigte Orange Tsai an einem Talk an der Black-Hat-Konferenz, wie man die Schwachstellen kombiniert, wie 'Bleeping Computer' berichtet. Kurz nachdem zwei Security-Forscher genauere Details dazu ins Netz gestellt hätten, seien dann aktive Scans nach den Schwachstellen beobachtet worden. Mittlerweile melden Security-Forscher, dass die bekannte Lücke aktiv ausgenutzt würde.
Der Security-Forscher Kevin Beaumont bezeichnet die Angriffe als besorgniserregend: Die Webshell-Attacke werde nicht erkannt, die Angreifer würden Tools einschleusen, die von kaum einem Vendor als Malware erkannt würden. In einem Tweet zeigt er ein paar Details der Attacke. Auch 'Bleeping Computer' listet technische Einzelheiten der Attacke auf.
Wieder steht Microsoft Exchange Server im Fokus. Erst im Frühling rief das deutsche CERT, das Bundesamt für Informationssicherheit BSI, die Alarmstufe Rot aus: 4 Zero-Day-Lücken in Microsoft Exchange Server wurden damals von mindestens 10 Hackergruppen aktiv ausgenutzt, die Zahl der Opfer stieg stündlich. 125'000 Server waren ungeschützt. Microsoft publizierte einen Not-Patch.
So dramatisch ist die Situation nicht. Erst sind einige Angriffe beobachtet worden, auch stehen Patches bereits zur Verfügung. Allerdings sollen weltweit von den 240'000 aus dem Internet erreichbaren Exchange Servern noch 46'000 angreifbar sein, wie 'Heise' schreibt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Chaos Computer Club hackt Verfahren zur Videoidentifikation

Laut CCC ist die Video-Identifizierung ein "Totalausfall". Als Konsequenz des Berichts wurde in Deutschland der Zugang zur E-Patientenakte mittels Video-Ident gestoppt.

publiziert am 10.8.2022
image

Forscher machen CPU-Lücken publik

Nach Meltdown und Spectre finden Forschende neue CPU-Lücken. Beide werden mit mittlerem Risiko eingestuft.

publiziert am 10.8.2022
image

Slack gibt Passwort-Fehltritt zu

Fünf Jahre lang hätten böswillige Angreifer unter Umständen Passwörter abgreifen können.

publiziert am 9.8.2022
image

IT-Security: Personalmangel ist das Problem, nicht das Geld

Laut einer internationalen Umfrage sehen Security-Verantwortliche nur bei jedem 10. Unternehmen Probleme wegen des Security-Budgets.

publiziert am 8.8.2022