Microsoft frisst sie (tatsächlich) alle

13. Mai 2005, 14:41
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Mit einem "Rundum Sorglos"-Paket für Heimkonsumenten feuert Microsoft eine Breitseite gegen Security, Utility- und Backup-Hersteller ab.

Mit einem "Rundum Sorglos"-Paket für Heimkonsumenten feuert Microsoft eine Breitseite gegen Security, Utility- und Backup-Hersteller ab.
Microsoft plant unter dem Namen "Windows OneCare" einen "Alles-in einem-PC-Gesundheitsservice" für Heimkonsumenten. Eine Betaversion des Services soll in den nächsten Tagen zuerst Microsoft-Angestellten und "später in diesem Jahr" ersten US-Testkunden zur Verfügung stehen. Wann die endgültige Version des Services, der von den Kunden auf Abonnementsbasis genutzt werden soll, auf breiter Front lanciert werden könnte, gab Microsoft noch nicht bekannt.
Im Kern des Services stehen Sicherheitsfunktionen: Eine Antiviren und -Antispyware-Lösung sowie eine Firewall, die kontinuierlich und automatisch aktualisiert werden sollen. Im Gegensatz zu den bereits vorhandenen Anti-Spyware und Anti-Viren-Tools, welche nur die Festplatte auf bereits eingedrungene Schädlinge durchsuchen, wird die neue Software, genau wie andere Antivirenlösungen auch, kontinuierlichen Schutz bieten. Die Firewall soll ebenfalls stärker werden und neben dem hereinkommenden Datenverkehr nun auch den vom PC ausgehenden Verkehr überwachen.
Das Paket wir ausserdem Tools enthalten, die unter anderem automatisch und regelmässig das System und die Harddisk aufräumen, die Harddisk defragmentieren und Files reparieren können. Auch Backup-Funktionen für die Sicherung des ganzen Systems oder von ausgewählten Files auf CD oder DVD werden eingeschlossen sein.
Blauäugig?
Zumindest im Security-Bereich entsprechen die Grundfunktionalitäten des Microsoft-Pakets damit dem, was auch die Konkurrenz auf diesem Gebiet zu bieten hat.
Natürlich lässt sich jetzt noch nicht sagen, wie sicher und brauchbar die Microsoft-Tools sein werden, und auch der Preis des Services wird eine Rolle spielen. Zudem könnte der schlechte Ruf Microsofts in Security-Dingen und das dumpfe Gefühl vieler User, dass Microsoft versucht, sich für die Folgen von selbstverursachten Problemen – sprich die vielen Löcher in Windows und Internet Explorer – bezahlen zu lassen, gegen einen Erfolg sprechen.
Die Aussagen einiger Analysten und Konkurrenten, dass das Paket wohl nur für Leute interessant sein werde, die bisher noch gar keine entsprechenden Tools auf ihren PCs einsetzen, und dass die etablierten Anbieter darum kaum Marktanteile verlieren werden, erscheinen uns trotzdem ziemlich vorschnell und blauäugig. Wenn Microsoft in ein neues Geschäftsfeld geht, bleiben die Redmonder selten lange harmlos. Auf Software-Hersteller, die Security-, Backup- oder Verwaltungstools für PCs von Consumer- und Kleinstunternehmen herstellen, dürfte ein harter Konkurrenzkampf zukommen. (Hans Jörg Maron)

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