Microsoft, Google: Mega-RZs ohne aktive Kühlung

28. September 2009, 13:08
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Neuer Trend im Rechenzentrenbau.

Neuer Trend im Rechenzentrenbau.
Microsoft hat am letzten Donnerstag sein neues europäisches "Megarechenzentrum" offiziell eröffnet. Im neuen RZ in Dublin, Irland wird Microsoft Online-Services wie die Suchmaschine Bing, Windows Live, die Cloud-Plattform Azure sowie "Software-as-a-Service"-Angebote für Consumer und Unternehmen betreiben.
Das neue RZ wurde innerhalb von rund 12 Monaten aus dem Boden gestampft, die totalen Investitionskosten betragen gemäss Microosft etwa 500 Millionen Dollar. Neben der grossen Investition betonte Microsoft bei der Eröffnung allerdings vor allem die umwelttechnischen Aspekte des RZs und hier vor allem das Kühldesign: Das Rechenzentrum in Dublin soll nämlich weitgehend ohne Wasserkühlung oder aktive Kühlanlagen auskommen. Diese verschlingen in einem traditionellen grossen Rechenzentrum gemäss Microsoft rund 38 Prozent des gesamten Strombedarfs.
Die geeignete Betriebstemperatur soll in Microsofts Dubliner RZ im Normalbetrieb nur durch ungekühlte Aussenluft, die durch grosse Ventilatoren auf dem Dach (Foto) ins Gebäude gepumpt wird, aufrecht erhalten werden. Dies ermögliche unter anderem das Klima in Dublin. Wie Microsofts Infrastrukturchef Arne Josefsberg in einem Blogbeittrag schreibt, bewegen sich die Aussentemperaturen normalerweise zwischen minus 5 und plus 27 Grad Celsius. Dazu kommt aber als wichtige Voraussetzung auch, dass Microsoft das Temperaturlimit in den Serverräumen deutlich höher ansetzt, als bisher üblich, nämlich gemäss Josefsberg bei 35 Grad Celsius. Die meisten RZs halten die Serverräume auf Temperaturen um 20 Grad, damit die Server selbst nicht zu heiss werden.
Nur wenn die Aussentemperatur zu hoch steigt, oder die Aussenluft, beispielsweise durch ein Feuer in der Nähe verschmutzt würde, springen gemäss Josefsberg Notkühlanlagen ein. Diese würden allerdings eine einfachere Technik verwenden (und dürften damit auch billiger sein), als normale Kühlanlagen.
Noch einen Schritt weiter ist anscheinend Google bereits gegangen. Der Suchmaschinenriese hat im Juli in Belgien ein RZ eröffnet, das gemäss 'Data Center Knowledge' auch auf "Teilzeit"-Kühlanlagen verzichtet. Wenn die Aussentemperatur am belgischen Standort zu sehr steigt, werden im Google-RZ so viele Server wie nötig abgeschaltet und die darauf laufende Arbeitslast einfach in andere Google-Rechenzentren verlagert. Dies ist natürlich nur möglich, wenn man genügend Rechenzentren weltweit zur Verfügung hat und ausserdem die Softwareinfrastruktur eine solche dynamische Verlagerung zulässt. (Hans Jörg Maron)

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