Microsoft kassiert Rekordgewinn

28. Januar 2005, 10:08
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Serversoftware und Halo 2 waren die Highlights, aber auch die Sorgenkinder mausern sich.

Serversoftware und Halo 2 waren die Highlights, aber auch die Sorgenkinder mausern sich.
Linux? Raubkopien? Prozesse? Microsoft hat zwar auch seine Schwierigkeiten, aber den Geschäftsgang des Softwareriesen scheint nichts wirklich ins Stolpern bringen zu können. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres, dem zweiten Quartal des eigenen Geschäftsjahres, haben die Redmonder wider einmal Rekordumsätze und -Gewinne zu vermelden.
Der Gesamtumsatz des Softwarekonzerns stieg im letzten Quartal auf 10,82 Milliarden Dollar, 7% mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn erreichte die Rekordhöhe von 4,75 Milliarden Dollar, der Nettogewinn beträgt 3,46 Milliarden Dollar.
Während in den Einzelsegmenten "Client" (Windows) und "Information Worker" (Office) alles seinen gewohnten, äusserst lukrativen Gang ging (operative Gewinne von 2,53 resp 2,03 Milliarden Dollar bei Umsätzen von 3,22 resp. 2,78 Milliarden Dollar), kann Microsoft dieses Mal aber vor allem die Entwicklung in den übrigen Segmenten als Erfolg verbuchen.
Im Segment "Server und Tools" stieg der Umsatz um 18% und der Bereich warf einen operativen Gewinn von 913 Millionen Dollar ab, während im letzten Quartal des Vorjahres noch ein Verlust von 209 Millionen Dollar verbucht werden musste. Allein der Umsatz mit SQL Server stieg um 25%.
Auch das Segment MSN (130 Millionen Dollar Gewinn bei 588 Millionen Dollar Umsatz) und vor allem das Segment "Home and Entertainment" zeigten sich stark verbessert. Home und Entertainment verursachte vor einem Jahr noch einen operativen Verlust von 397 Millionen Dollar, dieses Mal resultierte aus 1,41 Milliarden Dollar Umsatz ein Gewinn von 84 Millionen Dollar. Zu verdanken hat Microsoft dies vor allem dem Spiel "Halo 2" für die Xbox. Das Game ging in dieser Periode 6,3 Millionen Mal über den Ladentisch und förderte auch den Absatz der Xbox.
Ein Haar in der Suppe ist allerdings weiterhin das Segment "Microsoft Business Solutions" (ERP-, CRM- und CMS-Software). Auch hier wurde zwar das Ergebnis stark verbessert. Der operative Verlust betrug nur noch 29 Millionen Dollar, verglichen mit 139 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz blieb aber mit 211 Millionen Dollar praktisch unverändert. Das verbesserte Betriebsergebnis resultierte also vor allem aus dem reduzierten Aufwand – das Projekt "Green" wurde ja zum Beispiel auf Sparflamme gesetzt. Nicht unbedingt das Rezept für schnelle, zukünftige Marktanteilsgewinne. (Hans Jörg Maron)

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