Microsoft kauft Suchmaschinenspezialisten Fast

8. Januar 2008, 11:04
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Das norwegische Unternehmen soll für rund 1,37 Milliarden Franken den Besitzer wechseln. Damit erweitert Microsoft sein Portfolio im Bereich Enterprise Search Solutions.

Das norwegische Unternehmen soll für rund 1,37 Milliarden Franken den Besitzer wechseln. Damit erweitert Microsoft sein Portfolio im Bereich Enterprise Search Solutions.
In einer Pressemeldung teilte Microsoft heute mit, dass das Unternehmen den norwegischen Softwarehersteller Fast Search and Transfer ASA, besser bekannt unter dem Akronym Fast, übernehmen wolle. Mit einem Angebot von 19 Norwegischen Kronen pro Aktie (entspricht 3,95 SFR), rund 42 Prozent über dem Schlusskurs vom 4. Januar 2008, erreicht der Deal ein Volumen von rund 1,37 Milliarden Franken. Allerdings scheinen schon im Vorfeld Gerüchte über die bevorstehende Übernahme durchgesickert zu sein. So lag der Aktienkurs am 21. Dezember noch bei 10,5 Kronen, bevor er am 22. Dezember auf 12,5 und zwischen den Feiertagen sogar auf über 14 Kronen sprang, ohne dass es Unternehmensmitteilungen gegeben hätte, die diese Entwicklung erklären würden.
Fast wurde 1997 gegründet und hat Niederlassungen und Büros in Europa, Nord- und Südamerika, sowie Japan. Die auf SOA-Architekturen basierenden Suchlösungen bilden allerdings nur das Kerngeschäft von Fast. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen verstärkt dem Bereich Onlinewerbung (Fast AdMomentum) und e-Commerce (Fast ImPulse) zugewandt. Weltweit gibt es nach Unternehmensangaben rund 3600 Implementierungen der verschiedenen Produkte.
Für Microsoft scheint jedoch vor allem der Kernbereich Enterprise Search ausschlaggebend für die Übernahme gewesen zu sein. Man wolle Kunden nun aus einer Hand die ganze Bandbreite von (bisher schon angebotenen) Mainstream-Produkten bis hin zu High-end-Suchlösungen anbieten, sagte Jeff Raikes, President of Microsoft Business Devision, in der Pressemeldung zu den Gründen der Übernahme.
Mit ein Grund für den Zeitpunkt der Übernahme dürften auch die finanziellen Schwierigkeiten und Unregelmässigkeiten gewesen sein, die den Kurs von Fast Mitte 2007 einbrechen liessen. Ein Minus von 40 Prozent beim Umsatz und eine damit verbundene Verlustwarnung hatte die norwegischen Finanzaufsicht auf den Plan gerufen. Der Kurs fiel darauf hin auf einen Tiefststand von knapp über 9 Kronen, gerade einmal die Hälfte des Wertes den er noch im März 07 hatte. Davon hat sich das Unternehmen bis kurz vor Weihnachten nicht wieder erholt. Nach Angaben von Microsoft soll der Deal im zweiten Quartal 2008 abgeschlossen sein. (Thomas Mironiuk)

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