Microsoft KMU-Lizenzprogramm: 4 statt 18 Vertragsseiten

13. Juli 2005 um 14:24
  • microsoft
  • lizenz
image

Chance für VARs neu in Microsoft Lizenzenbusiness einzusteigen.

Chance für VARs neu in Microsoft Lizenzenbusiness einzusteigen.
Microsoft wird das KMU-Lizenzprogramm (diverse "Open" Lizenzen) per 3. Oktober vereinfachen. So wurde das Vertragswerk, das geplagte Microsoft-Firmen-Kunden zu unterzeichnen haben, von 18 auf nur noch vier Seiten reduziert. Mit den "Open"-Lizenzen peilt Microsoft Firmen zwischen 5 und 200 Arbeitsplätzen an, die einen oder mehrere Server (Mail, Small Business etc.) einsetzen.
"Software Assurance" immer dabei
Die vier KMU-Lizenzformen, die sich vor allem in der Zahlungsart (Kauf, Ratenzahlung, Miete) und der Lizenzdauer unterscheiden, wurden revidiert und umgeauft. Wichtig ist die Ausweitung des Programms auf Firmenkunden zwischen 5 und 200 PCs (bisher bis ca. 40 PCs). Es sind dies:
Open License: Ab 5 Lizenzen, beliebige Kombination von Produkten und Lizenzen, günstiger als Retail. Ohne Software-Assurance. Weil Open License eine zeitlich unbeschränkte, klassische Nutzungslizenz ist, ist sie auch die teuerste Form.
Open License Value 2.0: ab fünf Lizenzen, beliebige Kombination von Lizenzen, Ratenzahlung (zinslos).
Open License Value 2.0 Company wide: Ab fünf PCs mit standardisierten SW-Paketen, Ratenzahlung (zinslos), etwas günstiger als bei nicht standardisierten PCs.
Open License Value 2.0 Subscription: Ab fünf PCs, SW-Miete statt Kauf, günstiger als obige Lizensformen, da Nutzungsrecht nach Ablauf des Mietvertrags ausläuft.
"Chance für Reseller"
Ieva Simmen-Kica, bei Microsoft für das Lizensierungsbusiness zuständig, versteht die Vereinfachtung vor allem als Chance für Reseller. Simmen-Kica: " Lizenzformen mit jährlicher Ratenzahlung erhöhen die Kundenbindung. Zudem bleiben dem Kunden bei Ratenzahlung oder Miete noch Mittel, um in Dienstleistugnen des Microsoft-Partners zu investieren. Viele kleinere Partner und Kunden haben bisher die komplizierten Lizenzformen von Microsoft nicht verstanden. Die Vereinfachungen sollten es nun auch kleineren VARs möglich machen, mit Lizenzen die Kundenbindung zu erhöhen und auch Geld zu verdienen."
Die Microsoft-Distis (Actebis, Also, Ingram Micro, Tech Data) wurden gemäss Simmen-Kica bereits geschult. Zwischen August und Oktober gibt es verschiedene, halbtätige Kurse, an denen man sich über das Microsoft-Lizenz(un)wesen schlau machen kann. Auf der Microsoft-Partnerseite gibt es ebenfalls ein paar Kurzinformationen zu den neuen KMU-Lizenzformen.
Vorteile der "Software Assurance" werden genutzt
Wie die Microsoft-Lizenzen-Expertin erzählt, scheinen die Kunden die zusätzlichen Benefits für die "Software Assurance" (eine Art Upgrade-"Versicherung") von Microsoft nun mehr und mehr zu nutzen. So ist bei Lizenzen mit "Software Assurance" der kostenlose Gebrauch der Microsoft-Software auf dem Heim-PC inbegriffen. Bis heute hätten 130'000 (!) Mitarbeitende von Microsoft-Kunden von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.
"Software Assurance" ist eine Art "Wartungsgebühren", wie man sie von ERP-Software her kennt. Wer sie bezahlt, erhält das Recht auf sämtliche Updates innerhalb der Laufzeit des Vertrags (3 Jahre). Simmen-Kica sagt heute, dass sich die "Update-Versicherung" erst bei einer Laufzeit von 6 Jahren wirklich lohnt. In den ersten drei Jahren bezahlt man die Lizenzen plus die "Software Assurance", in der zweiten 3-Jahres-Periode wird dann nur noch die "Versicherung" fällig. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Kritik an Microsofts Securitypraxis reisst nicht ab

Wiederholte "Vernebelung" und Verzögerungen bei Microsoft moniert der Chef von Tenable. Seine Firma hat nach dem entwendeten Signaturschlüssel eine kritische Lücke entdeckt.

publiziert am 4.8.2023
image

Staatlich unterstützte Hacker zielen auf MS-Teams ab

Microsoft nennt die russische Hackergruppe Midnight Blizzard als treibende Kraft hinter neuen Phishing-Angriffen. Europäische und amerikanische Organisationen stehen in deren Visier.

publiziert am 4.8.2023
image

"SAP muss exorbitante Preiserhöhungen zurücknehmen"

Die SAP-Anwendergruppe kritisiert die Cloud-Drängelei und eine "180-Grad-Wende" beim ERP-Konzern. Wir haben beim Schweizer DSAG-Vorstand Jean-Claude Flury nachgefragt.

publiziert am 3.8.2023 3
image

SAP erhöht Preise für Wartung

Der ERP-Anbieter verlangt bald mehr für die Softwarewartung. Dies erhöht den Druck auf Kunden, in die Cloud zu wechseln, kritisiert die DSAG.

publiziert am 2.8.2023