Microsoft krempelt Partnermodell um

9. Oktober 2009, 13:48
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Die Bezeichnungen "Gold Certified Partner" und "Certified Partner" werden in einem Jahr durch neue Partnerstufen ersetzt. Wer den "Gold" Status vorläufig behalten will, muss sich der Kundenzufriedenheits-Messung von Microsoft unterziehen.

Die Bezeichnungen "Gold Certified Partner" und "Certified Partner" werden in einem Jahr durch neue Partnerstufen ersetzt. Wer den "Gold" Status vorläufig behalten will, muss sich der Kundenzufriedenheits-Messung von Microsoft unterziehen.
Einmal mehr krempelt Microsoft das Partnermodell völlig um. Ab November 2010 wird es keine "Gold Certified Partner" und keine "Certified Partner" mehr geben. Neu wird die höchste Stufe der Mitgliedschaft im "Microsoft Partner Network" ("MPN" im Redmonder Lingo) "Advanced Competency Partner" heissen, wie Microsoft-Specherin Barbara Josef gegenüber der Thalwiler Zeitschrift 'Swiss IT Reseller' erklärte. Aus den bisherigen "Certified Partnern" sollen "Competency Partner" werden.
Der Namenswechsel ist nicht nur rein kosmetisch, denn die Anforderungen an Microsoft-Reseller, die die höchste Stufe erreichen werden, sollen erhöht werden.
Messung der Kundenzufriedenheit wird Pflicht
Wer in der Übergangsphase zwischen dem 1. November 2009 und dem 1.11.2010 den "Gold"-Status, der mit vielen Vorteilen (Marketing, Marge) verbunden ist, erhalten will, muss neu zwingend in den letzten 12 Monaten an der Messung der Kundenzufriedenheit durch Microsoft teilgenommen haben.
Bisher war die Teilnahme am "Customer Satisfaction Index" (CSAT) noch freiwillig.
Für Microsoft-Partner ist diese neue Bestimmung nicht unproblematisch. Denn nun müssen sie ihre Kunden - oft eher verschwiegene Grosskonzerne - um jeden Preis dazu verlocken, an der Umfrage von Microsoft teilzunehmen.
Mehr Kompetenz-Felder
Ein wichtiger und von den meisten Resellern geschätzter Teil des Microsoft-Partnerkonzepts sind die so genannten "Spezialisierungen". Damit können Microsoft-Partner gegenüber dem Markt nachweisen, in welchen Technologien ihre Kompetenzen liegen. Neu heissen die "Spezialisierungen" nun "Kompetenzen". Diese sollen wesentlich ausgebaut werden. Bereits im Juni wurde die wichtige Kompetenz "Virtualisation Solutions" und diesen Monat wird die Kompetenz "Systems Management" eingeführt.
Microsoft hat eine detaillierte Übersicht über die neuen Kompetenzen veröffentlicht. entnehmen.
Schön für die Druckindustrie
Während nicht alle Microsoft-Partner mit der Umkrempelung des Partnerkonzepts glücklich sind, wie 'Swiss IT Reseller' in einer kurzen Umfrage herausfand, dürfte die Druck- und Werbeindustrie Freude haben. Denn die aktuellen Logos der Microsoft-Partnerstufen sollen nur noch bis Ende Oktober 2010 verwendet werden. Bis dann müssen Microsoft-Reseller nicht nur ihren Partnerstatus aktualisieren, sondern auch ihr Marketing-Material neu gestalten.
Widersprüchliche Einschätzungen
Da sehr viele Firmen in den letzten Jahren die höchste Microsoft-Partnerstufe erreicht hatten, hat sie im Markt an Bedeutung verloren. Unklar ist, ob die nun angekündigte Umkrempelung des Microsoft-Partnermodells den Wert der "Gold"-, respektive "Advanced"-Zertifizierung wieder steigert.
Denn einerseits sollen die Anforderungen für den "Gold"-Status zwar erhöht werden, andererseits soll es in der Schweiz nicht zu Herabstufungen der bisherigen "Gold Certified Partner" kommen, wie Josef verlauten liess. Damit bliebe also die (zu) hohe Zahl von Microsoft-Spezialisten, die den "Gold"-Status benützen dürfen, gleich und aus der geplanten Erhöhung des Werts der Auszeichnung würde nichts.
Positiv einzuschätzen ist hingegen die Erweiterung der "Kompetenzen", die besser den aktuellen Anforderungen der Kunden entsprechen sollen. (Christoph Hugenschmidt)

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