Microsoft kündigt Supercomputer und Healthcare-Cloud an

20. Mai 2020, 12:53
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An der Microsoft Build gibt es auch News, die nicht ausschliesslich Entwickler interessieren.

Nach bisherigen Präsentationen zu schliessen, ist die Microsoft Build zu den Wurzeln zurückgekehrt und die virtuelle Version scheint ein Renner zu sein: Mehr als 100'000 Entwickler haben sich registriert, während nur ein Bruchteil von ihnen eine normale "Build" hätte besuchen können.
Der Schwerpunkt 2020 liegt entsprechend auf Entwicklern und man umwirbt diese mit News rund um Windows, Azure, Power BI und Dynamics 365 sowie .net und C#.
Bis anhin scheint es laut den Kommentaren in den üblichen Fachforen im Wesentlichen normale Weiterentwicklungen zu geben, die keinen Entwicklerpuls hochtreiben.
Von Interesse für eine breitere ICT-Öffentlichkeit sind weitere Ankündigungen.

Ein Supercomputer in Azure

Microsoft gab einige Details zum Supercomputer bekannt, den man gebaut hat. Er sei dediziert für die Non-Profit-Organisation OpenAI entwickelt worden, in welche man 2019 eine Milliarde Dollar zu investieren versprach, um den Aufbau von KI zu unterstützen. Der hauseigene neue OpenAI-Supercomputer sei ein einziges System mit mehr als 285'000 CPU-Kernen, 10'000 GPUs und 400 Gigabit pro Sekunde Netzwerk-Konnektivität für jeden GPU-Server. Der Supercomputer wird in Azure gehostet und hat Zugang zu den Azure-Diensten, hiess es von der Build.
Für welche Aufgaben der Supercomputer eingesetzt werden soll, ist noch unklar. Die Non-Profit-Organisation ist am besten bekannt für die Entwicklung eines Algorithmus', der überzeugende Fake News schreiben kann.
Microsoft plant zudem, seine KI-Modelle und Trainings-Optimierungstools über Azure AI Services und GitHub verfügbar zu machen, hiess es. Der Konzern stellte unter seiner "Azure AI"-Fahne auch diverse Services vor, die keinen eigenen Supercomputer benötigen.
News gab es auch zu Microsofts eigener Familie von KI-Modellen hat, die unter dem Namen "Microsoft Project Turing" firmieren. Sie hätten bis anhin das Sprachverständnis in Bing, Office, Dynamics und anderen Produkten zu verbessert und sollen "bald" Open Source sein, wie 'ZDnet' berichtet.

Die erste Cloud für Verticals

Microsoft kündigte gleichzeitig die Einführung der Microsoft Cloud for Healthcare an, einer branchenspezifischen Cloud-Lösung für Gesundheitsdienstleister.
Dabei geht es bei Cloud for Healthcare darum, Funktionen zusammenzuführen, die Microsoft schon hat. In diesem Fall sind dies Microsoft 365, Dynamics, die Power Platform und Azure. Mitgemeint ist auch Azure IoT für die Patienten-Überwachung. Die Lösung basiert auf einem gemeinsamen Datenmodell, das den Datenaustausch zwischen diversen Anwendungen und die Analyse der gesammelten Daten erleichtern soll. Im Q4 2020 soll die Branchen-Cloud frühestens verfügbar sein.
Tech-Analysten erwarten, dass weitere Cloud-Angebote für Verticals folgen werden, wie dies Google bereits vormacht. Welche als nächstes folgen sollen, ist aber noch nicht kommuniziert.
In Frage kommen laut der Microsoft-Hofberichterstatterin Mary Jo Foley die Branchen Automobil, Finanzen, die Konsumgüterindustrie, Verteidigung und Nachrichtendienste, Energie, Versicherungen, Fertigung, Medien und Unterhaltung, Einzelhandel und Telekommunikation. Also ziemlich alle mit Ausnahme des Primärsektors.

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