Microsoft lässt für Partner 5,8 Milliarden Dollar springen

14. Juli 2011, 07:56
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Microsoft-COO Kevin Turner verspricht goldene Zeiten für die Businesspartner und will "keinen einzigen Deal an Google verlieren".

Microsoft-COO Kevin Turner verspricht goldene Zeiten für die Business-Partner und will "keinen einzigen Deal an Google verlieren".
Microsofts COO Kevin Turner (Foto) ist ein Verkäufer durch und durch, der sein Geschäft von der Pike auf gelernt hat. So schuftete der spätere Walmart-CIO in seinen Collegejahren ebenfalls als Vollzeitkassierer bei der Warenhauskette. Sein Verkaufstalent nutzt er gelegentlich auch heute noch. Nämlich dann, wenn er seine "Kunden" – die 15'000 Partner, die zur weltweiten Microsoft-Partnerkonferenz (WPC 2011) nach Los Angeles gekommen sind – mit deutlichen Worten für sein Unternehmen und dessen Produkte begeistern will: "Wir sollten keinen einzigen Deal an Google verlieren. Lassen sie uns gemeinsam denjenigen Kunden helfen, die einen Fehler gemacht haben und zu Google gewechselt sind", teilte Turner kräftige Seitenhiebe gegen den derzeit unangenehmsten Rivalen von Microsoft aus.
Milliarden für die Partner
Der nach Steve Ballmer mächtigste Mann bei Microsoft beliess es indes aber nicht bei markigen Worten allein. So kündigte er an, dass Microsoft im Fiskaljahr 2012 (1. Juli 2011 bis 30. Juni 2012) 5,8 Milliarden US-Dollar in das weltweite Partnernetzwerk investieren wird. Primär seien diese Mittel zur geschäftlichen Expansion des Partnerbusiness vorgesehen, so Turner. Zudem teilte Microsofts Nummer zwei mit, dass man im vergangenen Fiskaljahr annähernd neun Milliarden Dollar in den Bereich Forschung und Entwicklung investiert habe. Dies sei deutlich mehr als der Wettbewerb wie etwa IBM (sechs Milliarden) oder Cisco (5,7 Milliarden).
Ergebnis dieser Investitionen seien, unter anderem, die Erfolge im Cloudgeschäft. Allein im zurückliegenden Geschäftsjahr habe sich die Zahl der Partner, die cloudbasierte Lösungen anböten, mehr als verdoppelt. Inzwischen seien es weltweit 41'000 Partner und rund 300'000 Spezialisten für Cloud-Services. Das Cloud-Office-Paket 365 habe nunmehr fünf Millionen lizenzierte Nutzer, von denen es 2,8 Millionen bereits auch tatsächlich produktiv einsetzten. Dynamics CRM Online habe mehr als zwei Millionen lizenzierte Nutzer, und mehr als 30'000 Partner seien mittlerweile für die Cloud-Services-Plattform Azure ausgebildet worden. Das aus gutem Grunde, so der Microsoft-COO: "Wenn wir mehr Geschäft in der Cloud generieren wollen, dann müssen wir diese Produkte auch selbst nutzen." Und er sei erst dann zufrieden, so Turner, wenn wirklich alle 640'000 globalen Microsoft-Partner "cloud-ready" seien.
Schweizer Cloud-Umsätze
Die Chancen dafür stehen offensichtlich gut: "Die Cloud wird uns nachhaltig bewegen und ihre Bedeutung wird wachsen. Sie hat sich ganz gut etabliert und ist bereits in vielen Unternehmen Realität", sagt Lynn Thorenz, Director Research & Consulting bei IDC. Und: "Die Cloud steht stellvertretend für die komplette Transformation der gesamten IT-Industrie, es entsteht eine völlig neue digitale Welt", so die Analystin.
Auch für den Schweizer Markt sind die Cloud-Aussichten nach Darstellung von IDC mehr heiter den wolkig: Von etwa 95 Millionen Franken (2010) stiegen die Cloud-Umsätze auf knapp 140 Millionen (2011) und erreichen 2012 bereits rund 179 Millionen Franken. Dieses Wachstum steigere sich dann bis 2015 auf gut 440 Millionen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von gut 35 Prozent entspräche, sagt Lynn Thorenz.
Sehr konkret wurde die Analystin, wie die Schweizer Microsoft-Partner an diesem Wachstum partizipieren können: "Im Cloudbusiness geht es darum, die Kunden kontinuierlich glücklich zu machen, etwa durch Integration oder Trainings. Solche Dienstleistungen werden gefragt sein." Ihr Fazit: "Durch Cloud wird sich das gesamte Umsatzmodell ändern." (Text und Bild: Sven Hansel, Los Angeles)
(Interessenbindung: Der Autor nimmt auf Einladung von Microsoft an der WPC 2011 teil.)

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