Microsoft lanciert Frontalangriff auf Cognos & Co.

20. Oktober 2008, 15:53
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Microsoft bringt drei Ergänzungen zur Datenbank SQL-Server, die Business Intelligence "für die Massen" ermöglichen soll.

Microsoft bringt drei Ergänzungen zur Datenbank SQL-Server, die Business Intelligence "für die Massen" ermöglichen soll.
Software, mit der man die Datenbestände einer Firma auswerten und analysieren kann, steht seit Jahren ganz zuoberst auf der Wunschliste von CIOs und Informatikverantwortlichen. Heute werden für solche Zwecke oft noch Daten aus den ERP-Systemen exportiert und in Excel weiterverarbeitet.
Die Marktführer bei standardisierten Lösungen für "Business Intelligence" (BI) wurden von Microsoft-Konkurrenten übernommen, nämlich Cognos durch IBM Für Microsoft, ohnehin immer bestrebt sich in neuen Geschäftsfeldern zu etablieren, besteht überhaupt kein Grund mehr, nicht auch mit voller Kraft auf den BI-Markt loszusteuern.
"Kilimanjaro", "Madison", "Gemini"
Der Marktforscher Ovum schätzt die Ankündigungen, die Microsoft Anfang Oktober auf einer hauseigenen BI-Konferenz machte, als bedeutsam an. Und zwar haben die Redmonder drei Produkte vorgestellt, die alle 2010 in einer endgültigen 1. Version auf den Markt kommen sollen.
"Kilimanjaro" ist ein Zusatz zur Datenbank SQL Server, mit dem Endanwender selbst Reports aus den Datenbeständen erstellen können. Neben Excel ist das verhältnismässig einfache und günstige Werkzeug Crystal Reports von Business Objects / SAP heute das am weitesten verbreitete Werkzeug für Reporting. "Kilimanjaro" nützt Funktionen, die Microsoft seiner Datenbank in der nächsten Version hinzufügen will und soll die Datenbank für eine grössere Menge von Endanwender nutzbar machen, so die Einschätzung von Ovum.
Mit dem Projekt "Gemini" richtet sich Microsoft hingegen an erfahrene Anwender (Power-User). "Gemini" wird aus einer Reihe von Client- und Server-Komponenten bestehen. So gibt es einen Zusatz zu Excel, mit der man Daten sortieren, filtern und auch grosse Datenmengen nach verschiedensten eigenen Blickwinkeln analysieren kann. In der BI spricht man von "Slice and Dice", Operationen mit denen man grosse Datenmengen einschränken und dann neu darstellen kann. Um die so erstellten Auswertungen dann zu teilen, wird "Gemini" tiefer mit Microsofts Dokumentenverwaltung Sharepoint integriert.
Die Ovum-Leute glauben, dass Microsoft mit "Gemini" Anwender, die sich mit Excel schon sehr gut auskennen, aber ein Instrument brauchen, das mit sehr grossen Datenmengen umgehen kann, ansprechen will. Microsoft will das BI-Werkzeug offenbar auch in die verschiedenen "Dynamics"-ERP-Lösungen integrieren.
Zu guter Letzt gibt es das Projekt "Madison", in dem Microsoft Software aus der Übernahme der Firma Datallegro einsetzt. Und zwar wollen die Redmonder zusammen mit Hardware-Partnern (Dell, HP, Unisys, Bull und EMC) Appliances für Data Warehouses auf den Markt bringt. (Christoph Hugenschmidt)

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