Microsoft muss Alcatel-Lucent 1,5 Milliarden zahlen –"Wow"

23. Februar 2007, 09:10
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Rekordstrafe wegen Patentrechtsverletzungen betreffs MP3-Technik ausgesprochen. Berufung schon angekündigt.

Rekordstrafe wegen Patentrechtsverletzungen betreffs MP3-Technik ausgesprochen. Berufung schon angekündigt.
Zu der rekordverdächtigen Schadensersatzsumme von 1,52 Milliarden US-Dollar hat ein Geicht in San Diego, Kalifornien, das Softwareunternehmen Microsoft verurteilt. Geklagt hatte Lucent, heute Teil des weltgrössten Telekommunikations-Ausrüsters Alcatel-Lucent, wo man insgesamt 15 Patente zur MP3-Technologie verletzt sahen. Die Klage datiert aus den Jahren 2002/2003, als Microsoft den Unternehmen Dell und Gateway juristisch helfen wollte, die ursprünglich von Lucent verklagt worden waren und betrifft die Integration des MP3-Codecs in den Windows Mediaplayer.
Microsofts Gegenargumentation ist, dass man die Lizenzen wie branchenüblich bei der Deutschen Fraunhofer-Gesellschaft erworben hatte. Dieses hatte zusammen mit den Bell Labs., die von Lucent finanziert wurden, die MP3-Technologie entwickelt. Verglichen mit der festgelegten Schadensersatzsumme für Alcatel-Lucent war das Institut allerdings mit mageren 16 Millionen US-Dollar abgespeist worden. Bei der Berechnung der nun festgelegten Summe hatten die Geschworenen den durchschnittlichen Preis eines Windows-PCs in den Jahren 2003 bis 2005 als Grundlage gewählt. Microsoft erklärte umgehend, dass man gegen das Urteil Protest einlegen würde. Hätte es in der jetzigen Form Bestand könnten sich ansonsten hunderte anderer Firmen auf ähnliche Klagen einstellen. (tm)

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