Microsoft-Partnerkonferenz: Ballmer im Element

12. Juli 2011, 15:00
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    Noch viele Windows XP da draussen: Der Microsoft-CEO erwartet von seinen Businesspartnern, dass sie noch mehr Windows-7-Lizenzen verkaufen. Und: Dynamics kommt in die Wolke.

    Noch viele Windows XP da draussen: Der Microsoft-CEO erwartet von seinen Businesspartnern, dass sie noch mehr Windows-7-Lizenzen verkaufen. Und: Dynamics kommt in die Wolke.
    Mit seinem gewohnt laustarken Organ betrat Microsoft-CEO Steve Ballmer (Foto) die Bühne des Staples Center in Los Angeles. Vor 15'000 Partnern, aus allen Teilen der Welt nach Kalifornien gereist, verkündete der Microsoft-Boss enthusiastisch seine Botschaft zur diesjährigen Microsoft Worldwide Partner Conference (WPC). Und die gestaltete sich differenzierter als vergangenes Jahr. Stand 2010 noch ausschliesslich die Cloud im Mittelpunkt von Ballmers Keynote, so war es ihm in diesem Jahr ein Anliegen, seine Partner auf die gesamte Microsoft-Produktpalette einzuschwören: "In weniger als zwei Jahren haben unsere Partner mehr als 400 Millionen Exemplare von Windows 7 verkauft. Das ist grossartig und dreimal so viel wie wir von Windows XP zu dessen Marktstart verkauft haben. Aber der beste Weg für unsere Partner, auch in der Zukunft ordentlich Geschäft zu generieren, wäre es, wenn wirklich alle Kunden auf Windows 7 migrieren würden", so Ballmer.
    In der Tat: Mehr als 200 Millionen PCs seien weltweit noch mit Windows XP im Einsatz, ergänzte Tami Reller, Corporate Vice President bei Microsoft ihren Chef - zu viel nach dem Geschmack des laustarken Microsoft-CEOs.
    Cloud-Version von Dynamics
    Völlig ohne Cloud-Botschaften wollten Ballmer und sein Führungsteam die WPC-Besucher aber auch dieses Jahr nicht aus der Keynote entlassen. So würden mittlerweile 58 Prozent der weltweit 640'000 Partner mit der Cloud arbeiten. Darüber hinaus versprach der Microsoft-Chef auf der weltweit wichtigsten Veranstaltung seines Unternehmens, dass bereits kommendes Jahr eine cloudbasierte Version der ERP-Suite Microsoft Dynamics erhältlich sein werde. Ausserdem kündigte Steve Ballmer eine Internet-Erweiterung für die Spielekonsole Xbox an, die das Weihnachtsgeschäft von Microsoft beflügeln soll: Auf Basis der firmeneigenen Web-Suchmaschine Bing sollen die Xbox-Anwender spätestens im Herbst dieses Jahres auf Tausenden von Spielfilmen, Musikstücken und Computerspielen zugreifen können. Bereits in absehbarer Zeit, sagte Ballmer, soll dieses Entertainment-Netzwerk für die Konsole über Millionen von Inhalten verfügen. Der Clou daran: Die Suche nach den Inhalten läuft über Sprachsteuerung.
    Bing scheint Ballmer in diesem Jahr grundsätzlich ein wichtiges Anliegen zu sein: "Das ist diejenige Microsoft-Technologie, für die unsere Partner an wenigsten Zeit aufwenden, die aber noch sehr viel Potenzial hat", so Steve Ballmer. Zum Beweis präsentierte Microsoft eine Demo, in der die Kooperation des Unternehmens mit Facebook einfloss: So wird Bing seine Suchergebnisse künftig mit Ergebnissen aus sozialen Netzwerken anreichern, was die Qualität der Ergebnisse massgeblich erhöhen soll.
    Sehr zufrieden zeigte sich Ballmer, was die Marktzahlen des neuen Office 2010 angingen. Demnach hat das Unternehmen bereits mehr als 100 Millionen Lizenzen des im Juni 2010 an den Start gegangenen Büropakets verkauft. Auch seine Business-Software bereite ihm Freude: "Vor zehn Jahren sind wir mit Dynamics an den Start gegangen und seitdem haben wir in diesem Bereich jedes Jahr eine durchschnittliche Wachstumsrate von 20 Prozent."
    Die Schattenseiten des Microsoft-Geschäftes liegen laut Steve Ballmer zurzeit im mobilen Sektor: "Hier haben wir uns von sehr geringem Marktanteil zu sehr geringem Marktanteil entwickelt", machte sich der Microsoft-Chef über den schlappen Start des mobilen Betriebssystem Windows Phone 7 lustig. Indes: Im Herbst will das Unternehmen mit der neuen Version "Mango" an den Start gehen, die "über mehr als 500 neue Funktionen verfügt", so Ballmer.
    Noch wenig Neues gab es auf der WPC zur Akquisition des Kommunikationsdienstes Skype. Bis auf die Tatsache, dass er die Software sehr eng mit Microsoft Lync verknüpfen will, hielt sich der ansonsten recht selbstbewusste Steve Ballmer diesbezüglich ausgesprochen ruhig und bedeckt. (Text und Bild: Sven Hansel, Los Angeles)
    (Interessenbindung: Der Autor nimmt auf Einladung von Microsoft an der WPC 2011 teil.)

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