Microsoft reitet Frontalattacke auf CA, Veritas und Legato

8. Juli 2005, 14:22
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Redmond will alles.

Redmond will alles.
Microsoft dringt mit Macht in den Storage-Markt. Auf der Partnerkonferenz in Minneapolis wurde heute der "Data Protection Manager" (wie immer bei MS gibt es auch eine Abkürzung: DPM) angekündigt. "DPM" fülle eine Lücke im Technologie-Markt, so die unbescheidene Ankündigung. Das Produkt dient zum Backup- und Wiederherstellung von Daten auf Fileservern. Als Backup-Medien werden Disksysteme benützt und nicht, wie bisher üblich, Bandlaufwerke. Die Server-Software soll in den nächsten 30 Tagen erhältlich werden und ungefähr 950 Dollar (eine Serverlizenz für die Sicherung von drei Fileservern).
Mit "DPM" zielt Microsoft auf den KMU-Markt (nach US Begriffen), wo bisher Tape-Lösungen zu teuer und zu aufwändig zu managen gewesen seien. Tape-Lösungen, die oft mit Software wie Backup-Excec von Veritas kombiniert verkauften wurden, galten bisher allerdings eher als günstiger und einfacher als Harddisk-basierte Systeme.
Chance für VARs
Microsoft betont die grosse Chance, die DPM für Microsoft-orientierte Reseller und Systemintegratoren darstelle. Die "dramatisch" tieferen Kosten von DPM gegenüber Konkurrenzprodukten würden dazu führen, dass sich nun auch KMU HD-basierende Backup- und Speichersysteme leisten könnten, hiess es in Minneapolis.
Know-how zum Data Protection Manager wird von Microsoft in die Partner-Kompetenz "System Management" eingefügt. Diese ist eine von 11 Spezialisierungen, mit denen Microsoft-Partner einen bestimmten Annerkennungslevel errreichen können.
Frontalattacke
Mit der Ankündigung der Backup-Software lehnt sich Microsoft einmal mehr weit über den Hag in die Gärten von bisherigen Verbündeten. Backup-Software für den KMU-Markt gibt es beispielsweise von Veritas und CA, aber auch EMC mit Legato und NetApp sind im Markt für mittelgrosse Unternehmen aktiv.
Es gibt kaum noch Bereiche, in die Microsoft nicht mit eigenen Produkten vorstösst. Im Security-Markt wird man wohl demnächst Antiviren-Produkte von Microsoft finden und im Markt für Geschäftslösungen ist Microsoft seit ein paar Jahren mit Great Plains, Axapta und Navision sehr aktiv. Heimanwender und Kinder werden über die Spielkonsole XBox, über das Windows Media Center und mit Spielen mit Microsoft-Technologie beglückt. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend.
Im Hintergrund dieser stetigen Ausweitung der angepeilten Märkte, steht die Tatsache, dass Monopole in der Vergangenheit immer eine beschränkte Lebenszeit haben. Die exorbitanten Gewinne, die Microsoft mit Windows und Office einfährt, werden nicht in allen Zeiten sprudeln. Dies weiss man in Redmond sehr genau. (Christoph Hugenschmidt)

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