Microsoft schluckt LinkedIn

13. Juni 2016, 14:22
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Für 26,2 Milliarden Dollar (!) übernimmt Microsoft das Business-Netzwerk LinkedIn. Hat Microsoft ein Einhorn gekauft?

Für 26,2 Milliarden Dollar (!) übernimmt Microsoft das Business-Netzwerk LinkedIn. Hat Microsoft ein Einhorn gekauft?
Für einmal haben im Vorfeld alle Beteiligten dicht gehalten: Microsoft kauft für 26,2 Milliarden Dollar das US-Business-Netzwerk LinkedIn, wie die beiden Unternehmen heute Nachmittag überraschend bekannt gaben. Die Verwaltungsräte beider Firmen haben den Deal bereits abgesegnet. Microsoft bezahlt damit den Aktionären von LinkedIn einen Aufpreis von rund 50 Prozent. Die Aktie des Business-Netzwerks hat seit letzten November massiv an Wert verloren. Der Kurs sank von 250 Dollar auf gut 100 Dollar im Februar. Microsoft will den Deal mit Fremdkapital finanzieren.
LinkedIn soll unter dem Dach von Microsoft unabhängig bleiben, heisst es in einer Mitteilung. Auch soll der bisherige CEO Jeff Weiner auf seinem Posten bleiben und der Markenname soll erhalten bleiben. Weiner schrieb in einer Mail an Mitarbeitende, der Deal würde LinkedIn helfen, der wachsenden Konkurrenz im Tech-Business zu widerstehen.
Solche Beteuerungen sind natürlich mit Vorsicht zu geniessen. Microsoft wird LinkedIn nach und nach in seine Produkte, insbesondere Office 365, Dynamics, Yammer und Skype integrieren.
Ein Einhorn in Nadellas Garten?
Rund zwei Drittel der Erträge von LinkedIn stammen aus dem Business als Stellenplattform, schätzt das 'Wall Street Journal'. LinkedIn erzielte damit im ersten Quartal 2015 rund 560 Millionen Dollar Umsatz.
LinkedIn hat letztes Jahr 2,99 Milliarden Dollar umgesetzt und unter dem Strich 165 Millionen Dollar verbrannt. LinkedIn hatte Ende letztes Jahr 433 Millionen "Mitglieder", Microsoft hat über eine Milliarde Kunden weltweit.
Die Frage ist, ob LinkedIn als Teil von Microsoft rascher wachsen und vor allem mehr Geld pro "Mitglied" generieren kann, als als einzelne Firma. Denn noch ist nicht ganz klar, wie diverse der hoch bewerteten Business-Netzwerke ihren Preis rechtfertigen werden. Immerhin bezahlt Microsoft fast das neunfache des Umsatzes von LinkedIn. Geht es schief, so hat Microsoft-Chef Satya Nadella wenigstens ein schönes Einhorn im Garten. (hc)

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