Microsoft: Schnittstellencode wird teilweise gratis

6. Juni 2005, 13:17
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EU-Kommission vorläufig zufrieden mit Microsoft.

EU-Kommission vorläufig zufrieden mit Microsoft.
Vertreter der EU-Kommission reagierten heute in ersten Äusserungen positiv auf die von Microsoft aufgrund eines Ultimatums zur Umsetzung von EU-Auflagen. Microsoft hat sich nun dazu bereit erklärt, gewisse Teile seines Schnittstellencodes ohne Lizenzgebühren anderen Softwareherstellern zur Verfügung zu stellen.
Die EU-Kommission hatte Microsoft vor rund einem Jahr wegen Verstössen gegen die Wettbewerbsregeln zu einer Busse von 500 Millionen Dollar verknurrt und gleichzeitig, unter Androhung weiterer Bussen, diese Auflagen gegeben.
Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte heute, man sei zufrieden darüber, dass Microsoft nun anscheinend endlich "die den Auflagen zu Grunde liegende Prinzipien akzeptiert" habe. Das heisst aber nicht, dass die Kommission die Pläne nun schon als zufriedenstellend abgesegnet hat. In den nächsten ein bis zwei Wochen sollen sich Konkurrenten von Microsoft darüber äussern können.
Bei den Auflagen geht es vor allem um zwei Dinge. Einerseits soll Microsoft ein Windows ohne Media-Player herausbringen. Dazu hat sich der Softwareriese bereits früher bereit erklärt. Zuletzt stritt man aber vor allem noch um die Offenlegung und Lizenzierung von Schnittstelleninformationen an andere Softwarehersteller. Dritthersteller brauchen diese Informationen und Lizenzen, um selber Konkurrenzlösungen herstellen zu können, die ebenso gut mit Microsoft-Produkten, zum Beispiel Windows oder Office, kommunizieren können, wie die Microsoft-eigenen Produkte.
Microsoft hatte bisher darauf bestanden, für die Offenlegung in jedem Fall Lizenzgebühren zu verlangen. Nun soll eine gewisse Kategorie von Informationen, die Microsoft als "nicht innovativ" einstuft, anderen Softwareherstellern zur Verfügung gestellt werden. Für die Lizenzierung von Kommunikationsprotokollen, die Microsoft als "innovativ" einstuft sollen aber weiterhin Gebühren fällig werden. (Hans Jörg Maron)

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