Microsoft Schweiz erreicht Jahresbudget nicht

15. August 2006, 10:31
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Falsch budgetiert: Microsoft Schweiz war vor einem Jahr zu optimistisch. Wachstumsziele wurden nicht erreicht.

Falsch budgetiert: Microsoft Schweiz war vor einem Jahr zu optimistisch. Wachstumsziele wurden nicht erreicht.
Das Geschäftsjahr 2005/06 von Microsoft Schweiz verlief nicht erwartungsgemäss. Die Schweizer Niederlassung des Redmonder Softwareherstellers hatte vor einem Jahr General Manager, Peter Waser (Bild), vor den Medien eingestehen, dass das anvisierte Budget nicht erreicht werden konnte. Microsoft Schweiz sei lediglich gleich schnell wie der Markt gewachsen, statt schneller. Gemäss Zahlen der beiden Marktforscher IDC und Gartner wuchs der Software-Markt in der Schweiz um 6 bis 6,5 Prozent.
Wie üblich nannte Microsoft keine absoluten Zahlen für die Schweizer Niederlassung. Was die Profitabilität angeht, habe man das Budget "fast erreicht", so Waser. Microsoft Schweiz habe auf die "Kosten geschaut". Sprich: Es wurden vor allem Marketing-Ausgaben gekürzt oder verschoben.
Weniger Lizenzen verkauft
Microsoft versuchte das Nichterreichen der Umsatzziele damit zu erklären, dass weniger Lizenzen von gewissen Produkten verkauft wurden. Insbesondere in den Bereichen "Windows Client" und "Server and Tools" lief es nicht wie erwartet. Es seien weniger Windows-Lizenzen als erwartet verkauft worden. Dies habe laut Waser mit langjährigen Verträgen zu tun, die alle drei bis fünf Jahre erneuert werden. Allerdings wusste man dies bestimmt schon vor einem Jahr. Damit konfrontiert, musste Waser leicht zähneknirschend zugeben, dass wohl falsch budgetiert wurde. Er sagte aber auch, dass man "manchmal ein Budget aufs Auge gedrückt bekommt."
Microsoft Schweiz will im laufenden Geschäftsjahr wieder schneller als der Markt wachsen. Allerdings hütete sich das Unternehmen davor, konkrete Wachstumsziele zu nennen. Stattdessen beteuerte Waser, dass Microsoft Schweiz eine "starke Niederlassung" sei. Weltweit sei Wallisellen auf Platz zehn bis zwölf unter den grössten Niederlassungen. In Europa belege man sogar den achten Rang. Insbesondere im Bereich Grosskundengeschäft sei Microsoft Schweiz top.
Ausbau der Belegschaft
Per Ende Juni beschäftigte Microsoft in der Schweiz 400 Mitarbeitende, was einer Erhöhung um 40 Arbeitskräfte verglichen mit dem Vorjahr entspricht. Bei den letztes Jahr angegebenen 270 Angestellten wurden zirka 90 temporär Angestellte und Vendors nicht dazugezählt, sagte Microsoft. Im laufenden Jahr sollen vor allem in den Bereichen Services, Grosskunden und MSN um die 30 Leute angestellt werden. Das "Microsoft Developer Center for Collaboration Technologies", ehemals Media-Streams, soll um 10 Mitarbeitende aufgestockt werden.
Vista kommt
Was den Launch von Windows Vista und Office 2007 angeht, bekräftigte Waser die offiziellen Termine von Redmond. Die Business-Versionen sollen Ende Jahr auf den Markt kommen, die Enduser-Versionen Anfang 2007. Die drei wichtigen Punkte der neuen Produkte seien Messaging & Collaboration, Security ("sehr sehr viel sicherer") und Search. Dank den neuen Search-Features habe Waser mit der aktuellen Beta-Version fünf Jahre alte Mails auf seinem Rechner gefunden, die er vorher nicht aufstöbern konnte. (Maurizio Minetti)

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