Microsoft Schweiz hat grosse Pläne

26. Juli 2005, 12:20
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10 Prozent Wachstum und 30 neue Arbeitsplätze.

10 Prozent Wachstum und 30 neue Arbeitsplätze.
Microsoft Schweiz hat heute in Zürich das vergangene Geschäftsjahr 2004/05 Revue passieren lassen. Nach der Veröffentlichung der internationalen Geschäftszahlen letzte Woche, folgte also das Fazit zum Schweizer Markt. Allerdings gab sich Microsoft wieder reichlich zugeknöpft. Konkrete Umsatzzahlen wurden nicht genannt. Laut Alexander Stüger, General Manager von Microsoft Schweiz, hat der Software-Riese nirgends Marktanteile verloren. Im letzten Jahr wurden gar 25 neue Stellen in der Schweiz geschaffen und im laufenden Geschäftsjahr ab 1. Juli 2005 sollen vor allem im Bereich Technologie-Consulting 30 neue Stellen geschaffen werden. Microsoft Schweiz beschäftigt momentan zirka 270 Mitarbeitende.
5 Prozent mehr Umsatz als erwartet
Der erwartete Umsatz von Microsoft Schweiz wurde um 5 Prozent übertroffen, sagte Stüger. Vor einem Jahr hatte man noch mit einem stagnierenden Geschäftsjahr gerechnet. Insgesamt sei das ganze vergangene Geschäftsjahr als "sehr gut" einzustufen. Der Anstieg sei vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen.
Erstens konnte Microsoft im Server-Bereich mehr wachsen als der Gesamtmarkt. Microsoft bezieht sich auf Zahlen des Marktforschungsinstituts IDC, das 6,8 Prozent Wachstum festegestellt hat. Mit Produkten wie "Windows Server" und "Small Business Server" konnte Microsoft um 9 Prozent wachsen. Die Umsätze der Datenbanksoftware "SQL Server" stiegen um 33 Prozent.
Zweitens verzeichnete Microsoft Schweiz mit so genannten "Information Worker"-Produkten Wachstumsraten von "60 bis 120 Prozent". Unter "Information Worker"-Produkten versteht man zum Beispiel das Anwenderpaket Office. Laut Stüger habe vor allem "die email-lastige Informationskultur" zu diesem Wachstumsschub beigetragen. Der Umsatz mit Office-Lizenzen konnte um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Davon verkaufen sich die Pakete für Studenten und Home-Anwender besonders gut.
Zu berücksichtigen sei auch der Anstieg um 25 Prozent bei Neuinstallationen von CRM-Lösungen der Sparte "Business Solutions". Der Bereich "Services" verzeichnete ein Wachstum von 15 Prozent. Damit ist vor allem Technologie-Consulting mithilfe von lokalen Partnern gemeint.
Aussichten und Schwerpunkte
Im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 sollen in der Schweiz die Lancierung der neuen Xbox 360 (Microsoft rechnet mit 35 Prozent Wachstum in der Schweiz) und Datenbank-Software den Umsatz antreiben. Man rechnet insgesamt mit "knapp 10 Prozent Wachstum" in der Schweiz. Im Servermarkt hofft Microsoft um 6 Prozent zu wachsen, was verglichen mit diversen Studien über dem Marktdurchschnitt liegt.
In der Schweiz konzentriert sich Microsoft im neuen Geschäftsjahr auf vier Schwerpunkte. Dies ist zum Ersten die im Juni lancierte "Stiftung Produktive Schweiz" eine Partnerschaft eingegangen. Das dabei gegründete "Swiss Software Solution Center" soll den 11'000 (vorwiegend kleinen) Schweizer Software-Firmen beratend zur Seite stehen.
Dritter Schwerpunkt ist die Fokussierung auf den Bereich "Business Solutions", namentlich auf das neue "Microsoft CRM 3.0". Als letzten, aber nicht unwichtigen Punkt nannte Alexander Stüger den Bereich "Security". Er betonte, dass mit 30'000 Mitarbeitenden mehr als die Hälfte der gesamten Microsoft-Belegschaft im Produkt-Development tätig sind, und diese seien dafür zuständig, "sichere Codes" zu schreiben. Mit einer Veranstaltungsserie in Zusammenarbeit mit Schweizer Schulen will Microsoft zudem auch Kinder und Jugendliche auf einen sicheren Umgang mit ICT-Infrastruktur aufmerksam machen.
Quasi als "Bonus-Schwerpunkt" nannte Stüger noch das Defizit, das die Schweiz im Bereich E-Government habe. Hier gelte es, mit der globalen Entwicklung Stand zu halten. Konkrete Vorschläge nannte er jedoch nicht.
Im laufenden Geschäftsjahr ist überdies nicht mit der Einführung des neuen Betriebssystems "Windows Vista" zu rechnen. Wie Stüger gegenüber inside-it.ch erläuterte, sollen die beiden Produkte zeitgleich in der zweiten Jahreshälfte 2006 in der Schweiz auf den Markt kommen. (Maurizio Minetti)

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