Microsoft Schweiz verfehlt Absatzziele für Vista

19. August 2008, 12:43
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Gesamtziele bezüglich Umsatz und Profit wurden aber erreicht. Microsoft Schweiz spürt (noch?) keine Verlangsamung des IT-Ausgaben-Wachstums.

Gesamtziele bezüglich Umsatz und Profit wurden aber erreicht. Microsoft Schweiz spürt (noch?) keine Verlangsamung des IT-Ausgaben-Wachstums.
Heute Morgen zog Microsoft-Schweiz-Chef Peter Waser an einem Medienanlass Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs (per Ende Juni) seiner Firma in der Schweiz, hielt sich aber was konkrete Informationen anging sehr bedeckt. Der Umsatz von Microsoft in der Schweiz habe sich etwa im Rythmus der Gesamtfirma (+ 18 %) entwickelt und sei damit "im Rahmen des Budgets" geblieben, sagte Waser. Beim Profit hat Microsoft Schweiz offenbar sogar etwas besser gearbeitet als erwartet. Wenn Microsoft im Geschäftsjahr 2006 / 2007 ungefähr 740 Millionen Franken in der Schweiz"gedreht" hat, so müssten es demnach dieses Jahr etwa 873 Millionen Franken gewesen sein.
Wenig überraschend ist hingegen, dass Redmond die Absatzziele beim neuen PC-Betriebssystem Windows Vista hingegen verfehlt hat. Waser: "Der Client-Bereich lag unter den Erwartungen." Man sehe bei der Akzeptanz von Windows Vista in der Schweiz eine ähnliche Entwicklung wie damals bei Windows XP. Grossfirmen würden das Betriebssystem nach ihren eigenen Erneuerungszyklen einführen, sagte Waser. Klar ist damit aber auch, dass das Betriebssystem alleine keine Migrationswellen mehr auslösen kann.
Sehr gut lief gemäss Waser das Geschäft mit den 'Dynamics' Business-Applikationen, wo der Absatz schneller als im weltweiten Vergleich gesteigert werden konnte. Der Umsatz mit Dynamics CRM habe sich gegenüber dem Vorjahr glatt verdoppelt, so Waser. Auch massiv zugenommen hat der Umsatz mit der Lösung für die Verbreitung von Fernsehprogrammen über Internet. Auch hier sind wir nicht erstaunt, denn der einzige Kunde ist Swisscom mit Bluewin-TV und die Lizenzgebühren werden pro Bluewin-TV-Abonnenten fällig.
Schon 100 Mitarbeiter im Consulting, weitere Wachstumspläne mit dem Zürcher Entwicklungszentrum
Microsoft entwickelt sich mehr und mehr auch zu einem ernstzunehmenden Anbieter von IT-Services. So wuchs der Absatz im Beratungsgeschäft um 15 Prozent und der Software-Gigant beschäftigt hierzulande bereits 100 Leute im Consulting.
Ebenfalls wachsen soll das Zürcher Entwicklungszentrum, in dem an Microsofts Software für Internet-Telefonie gearbeitet wird. Die heute ungefähr 50 Mitarbeiten werden demnächst umziehen und mittelfristig sollen weitere 50 IngenieurInnen zu ihnen stossen.
Keine Verlangsamung des Nachfragewachstums
Von den teilweise etwas schlechteren Vorzeichen am Schweizer Konjunkturhimmel scheint man in Wallisellen nichts zu spüren. "Wir sehen keine Reduktion der Investitionen aus Konjunkturgründen. Beim Thema Collaboration wurden teilweise grosse Investitionen zurückgestellt, weil Fachleute weitherum fehlen," so Waser.
Weiterhin Sonderzüglein in Sachen Nachwuchsförderung
Viel, wenn auch nichts Neues, war heute vom Microsoft-Schweiz-Chef zum Thema Nachwuchsförderung und Informatikermangel zu hören. Microsoft trage mit der Unterstützung der Grundlagenforschung an den ETHs ging Waser aber nur auf Nachfrage ein. Microsoft habe "das Jahr der Informatik" "inhaltlich" unterstützt, doch seien die Aktivitäten halt "teilweise etwas schlecht koordiniert." Dies deutet nicht gerade darauf hin, dass Microsoft von der bisherigen Politik abweichen will, nur Aktivitäten mit direktem Nutzen für Microsoft selbst (Image, Bindung an Produkte) zu unterstützen. (Christoph Hugenschmidt)

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