Microsoft Schweiz wächst weniger schnell

24. Juli 2009, 08:41
image

"Hohes einstelliges Umsatzwachstum" im vergangenen Geschäftsjahr von Microsoft Schweiz. Auch die hiesige Niederlassung des Softwareherstellers spürt die Krise. International hat Microsoft erstmals einen rückläufigen Jahresumsatz ausgewiesen.

"Hohes einstelliges Umsatzwachstum" im vergangenen Geschäftsjahr von Microsoft Schweiz. Auch die hiesige Niederlassung des Softwareherstellers spürt die Krise. International hat Microsoft erstmals einen rückläufigen Jahresumsatz ausgewiesen.
Der Softwarehersteller Microsoft hat in der Nacht auf heute die Zahlen zum Ende Juni abgeschlossenen vierten Quartal und zum gesamten Geschäftsjahr veröffentlicht. Wie üblich kann Microsoft Schweiz keine konkreten Zahlen nennen. Peter Waser (Foto), General Manager von Microsoft Schweiz, lässt sich gegenüber inside-it.ch aber mit der Aussage zitieren, dass die hiesige Microsoft-Niederlassung "mit einem hohen einstelligen Umsatzwachstum nach wie vor auf einem gesunden Wachstumskurs ist". Die Aussage bezieht sich auf das Gesamtjahr.
Microsoft Schweiz dürfte somit im vergangenen Geschäftsjahr um die 960 Millionen Franken umgesetzt haben. Das bedeutet auch, dass sich das Wachstum verlangsamt hat. "Auch wir spüren die aktuelle Marktunsicherheit", sagt Waser. In den letzten wuchs der Umsatz von Microsoft Schweiz jeweils um 20 Prozent.
Client und Online schlecht, Server and Tools gut
Der Konzern hat für das vierte Quartal einen Umsatz von 13,1 Milliarden Dollar ausgewiesen, was einem Rückgang um 17 Prozent entspricht. Im Schlussquartal sanken der operative Gewinn um 30 Prozent auf 3,99 Milliarden Dollar und der Nettogewinn um 29 Prozent auf 3,05 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr resultierte ein Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 58,44 Milliarden Dollar – es ist das erste Mal, dass Microsoft einen sinkenden Jahresumsatz hinnehmen muss. Der operative Gewinn sank dabei um 9 Prozent auf 20,36 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Microsoft im vergangenen Geschäftsjahr 14,57 Milliarden Dollar – ein Rückgang um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Schaut man sich die verschiedenen Segmente an, fällt der operative Verlust im "Online Services Business" auf. In diesem Bereich, wo Google der grosse Konkurrent ist, verliert Microsoft seit Jahren Geld. Der Betriebsverlust stieg nun im vergangenen Geschäftsjahr von 1,22 auf 2,25 Milliarden Dollar. Allein im Bereich "Server and Tools" schaffte Microsoft letztes Jahr ein Gewinnwachstum (auf 5,33 Milliarden Dollar). Im "Client"-Bereich (Windows für PCs) sank der operative Gewinn von 13,1 auf 10,86 Milliarden Dollar. Leicht geschrumpft ist der Gewinn auch in der "Microsoft Business Division", nämlich von 12,37 auf 12,14 Milliarden Dollar. Die "Entertainment and Devices Division" machte noch einen Gewinn von 169 Millionen Dollar, nach 497 Millionen Dollar im Vorjahr.
"Server and Tools" war im vergangenen Geschäftsjahr auch nach Umsatz das beste Segment. Hier wuchsen die Verkäufe von 13,1 auf 14,13 Milliarden Dollar. In allen anderen Bereich sank der Umsatz hingegen.
Mit dem Launch des neuen Betriebssystems Windows 7 im Oktober und der neuen Suchmaschine Bing will Microsoft nun im laufenden Geschäftsjahr wieder Boden gut machen. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

PC-Markt: Die Lieferprobleme halten an

Der westeuropäische PC-Markt liegt trotz leichtem Rückgang über Vor-Pandemie-Niveau. Lieferengpässe und geopolitische Spannungen bremsen den Absatz.

publiziert am 18.5.2022
image

Ransomware-Report: Vom Helpdesk bis zur PR-Abteilung der Cyberkriminellen

Im 1. Teil unserer Artikelserie zeigen wir, wann der Ransomware-Trend entstand und wie die Banden organisiert sind. Die grossen Gruppen haben auch die kleine Schweiz verstärkt im Visier.

Von publiziert am 18.5.2022
image

Microsofts globaler Channelchef geht von Bord

Der Microsoft-Veteran Rodney Clark wechselt nach nur einem Jahr auf seinem Posten zu einem Partnerunternehmen.

publiziert am 17.5.2022
image

Cyberangriff auf Luzerner ÖV bleibt ohne grössere Folgen

Die Verkehrsbetriebe sprechen von einem "gezielten Angriff". Der Busverkehr war nicht betroffen, einzig Anzeigetafeln funktionierten nicht wie gewohnt.

publiziert am 16.5.2022