Microsoft steigt ins Geschäft mit 5G-Providern ein

29. September 2020, 14:00
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In Marktbereichen, die bis jetzt Huawei, Ericsson, Nokia und Samsung dominierten, will nun auch Microsoft mitmischen.

Mit dem Programm "Azure for Operators" will Microsoft die mit 5G einhergehende Leistungsfähigkeit besser nutzbar machen als bisher. Cloud und Edge sollen "näher als je zuvor" zusammengebracht werden, hat der Azure Executive Vice President Jason Zander soeben in einem Blog-Beitrag mitgeteilt: "Wir bauen eine Carrier-Grade-Cloud auf und bringen mehr Microsoft-Technologie an den Edge der Betreiber. In Kombination mit unserem Entwickler-Ökosystem wird dies den Mobilfunkanbietern helfen, ihre Netze zukunftssicher zu machen, die Kosten zu senken und neue Dienste und Geschäftsmodelle zu schaffen", verspricht Zander.
Es scheint, dass Microsoft nicht zuletzt im Gefolge der Trumpschen Handels(kriegs)politik teilweise in Marktbereiche eindringt, in denen bislang nicht-amerikanische Techkonzerne wie Huawei, Ericsson, Nokia und Samsung das Sagen hatten.
Möglich geworden sei das Microsoft-Angebot durch die in diesem Frühjahr erfolgten Übernahmen von Affirmed Networks und Metaswitch Networks, die Cloud-native Netzwerkfunktionen liefern, und aufgrund der Entwicklung von Azure Edge Zones. Heute könne man Hunderte erfahrene Telekom-Spezialisten für die Produktentwicklung zusammenbringen, um die relevanten Netzwerkanforderungen der Netzbetreiber adressieren zu können.
Konkret gehe es darum, die 5G-Anbieter bei der Entwicklung ihrer Infrastruktur und ihres Betriebs mit Technologien wie Software-defined Netzwerken, Virtualisierung von Netzwerkfunktionen und Service-basierten Architekturen zu unterstützen. Zander spricht in diesem Zusammenhang von "disaggregated und containerisierten Netzarchitekturen". Im Fokus stehen dabei insbesondere niedrige Latenzzeiten, wie sie unter anderem für IoT-Anwendungen und der vernetzten Industrie 4.0 zentral seien.
Weil die Daten eben nicht mehr auf zentralen Servern weit von den Netzen entfernt liegen, sondern dezentral nah an deren Rändern, könne man neue Dienste wie etwa sehr zuverlässige Konnektivität mit niedriger Latenz, Mixed-Reality-Kommunikationsservices, Netzwerk-Slicing und hoch skalierbare IoT-Anwendungen anbieten. "In der Erkenntnis, dass sich nicht alles in die Public Cloud verlagern wird, werden wir die Mobilfunkbetreiber dort adressieren, wo sie sich befinden – am Edge eines Unternehmens, dem Netzwerk-Edge oder eben in der Cloud", so Zander weiter.
Zum Stand des neuen Kapitels in der engen Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsindustrie erklärt Zander, dass das Microsoft Netzwerk bereits mit den Telekomanbietern an mehr als 170 Präsenzpunkten und über 20'000 Peering-Verbindungen rund um den Globus verbunden sei. Das ermögliche heute schon, einem grossen Teil der weltweiten Unternehmen direkte Konnektivität innerhalb von 25 Meilen anbieten zu können. In den USA kooperiert der Software-Konzern bereits unter anderem mit AT&T und T-Mobile und hat Hardware-Anbieter wie Intel und HPE als Partner an Bord.

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