Microsoft übernimmt Branchen-Lösungen für Dynamics AX

22. September 2009, 16:04
image

Gut für die einen, schlecht für die anderen.

Gut für die einen, schlecht für die anderen.
Microsoft kündigte heute die Übernahme von vier vertikalen Lösungen für Dynamics AX, dem ehemaligen Axapta, an. Mit den Übernahmen werde man Branchenfunktionalitäten direkt in AX einbauen können, lässt sich Crispin Read, GM der Mirosoft'schen ERP-Lösungen, heute in einer Mitteilung zitieren.
So haben die Redmonder dem US-Partner Fullscope eine Lösung für die Prozessindustrie (Nahrungsmittel, Chemie, Pharma) abgekauft. Vom grossen IT-Dienstleister Computer Generated Solutions Inc. erwarb Microsoft eine Axapta-basierende Lösung für Dienstleister. Diese soll in einem einzigen System Projekt- und Ressourcenmanagement, Funktionalitäten für die Finanzabteilung wie auch die Abgleichung von Ressourcen mit den Anforderungen der Kunden erlauben. Schliesslich übernahm Microsoft je eine Retail-Lösung für AX von der isländischen LS Retail EHF und von der dänischen Columbus-IT-Tochter To-Increase Denmark A/S.
Wohlgemerkt: NAV LS Retail, in der Schweiz von MGA Lyss vertrieben und beispielsweise von Denner und Loeb eingesetzt, wurde von Microsoft nicht übernommen.
"Letzte Meile für Partner"
Mit den Übernahmen werde Microsoft Kern-Industriefunktionalitäten direkt in AX einbauen, heisst es in der Pressemitteilung von heute. Partner können damit auf die "letzte Meile der Innovation", die für den Erfolg beim Kunden entscheidend sei, fokussieren, so Microsoft.
Bei Microsoft scheint man sich durchaus bewusst zu sein, dass der Einsteig in die Vertikalisierung von AX bei Partnern, die sehr viel in Branchenlösungen investiert haben, nicht nur eitel Freude auslösen wird. So zitieren die Redmonder eine Untersuchung von IDC, die beweise, dass AX-Partner mit vertikalen Lösungen mehr Neukunden gewinnen und und tendenziell höhere Profite erzielten als andere. Der Schritt in die Vertikalisierung von AX bewirke, dass Microsoft eine transparente Roadmap entwickle, die es den Partnern erlaube, mit der technologischen Entwicklung mitzuhalten.
Und die anderen?
AX-Spezialisten, die in eine der nun von Microsoft übernommenen vertikalen Lösungen investiert haben (wie Boss Info) haben Glück gehabt. Sie können nun sicher sein, auf das richtige Pferd gesetzt zu haben.
Andere Microsoft-Partner, die selbst AX-basierenden Lösungen für Servicemanagement, die Prozessindustrie oder den Retail entwickelt haben oder in solche investiert haben, haben nun aber ein Problem. Denn erstens wird Microsoft die eigenen Vertikalisierungen im Markt bevorzugen und zweitens haben sie nun mehr Konkurrenz. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

BBT kriegt eine neue Mutter-Organisation

Der BBT-Besitzer Volaris gründet Vencora. Die neue Organisation soll global passende Fintech-Unternehmen kaufen, um ein Technologie-Ökosystem für den Finanz-Sektor aufzubauen.

publiziert am 25.11.2022
image

Fenaco gründet neue IT-Töchter

Über die Firma Sevra will die Agrargenossenschaft Soft- und Hardware-Lösungen für die Landwirtschaft in der Schweiz und in Frankreich bieten.

publiziert am 25.11.2022
image

Nächste Untersuchung zum Microsoft-Activision-Deal

Nach der EU und Grossbritannien schaut sich wohl auch die ameri­ka­nische Federal Trade Commission die Milliardenübernahme des Spielestudios genauer an.

publiziert am 24.11.2022
image

Widerstand gegen Software-Bundles von Cisco

Die Bundles sind für Cisco eine Cashcow: eine lang bewährte Taktik, um den Umsatz zu steigern. Nun verweigern Kunden vermehrt den Kauf, um Kosten zu sparen.

publiziert am 24.11.2022