Microsoft übernimmt Nokia (fast)

3. September 2013, 06:45
  • international
  • microsoft
  • nokia
  • übernahme
image

Der Softwareriese lacht sich ein Handybusiness an.

Der Softwareriese lacht sich ein Handybusiness an.
Microsoft übernimmt den grössten Teil des finnischen Handyherstellers Nokia. Wie die beiden Unternehmen in der Nacht auf heute mitteilten, zahlt Microsoft rund 5 Milliarden Dollar für die "im Wesentlichen" komplette Telefonabteilung der Finnen. Zusätzlich lässt Microsoft 2,2 Milliarden Dollar als Lizenzzahlung springen, um die Patente von Nokia nutzen zu können.
Der gegenwärtige Nokia-CEO Stephen Elop wechselt mit der Übernahme wieder zu seinem früheren Arbeitgeber Microsoft und wird dort Chef der "Services and Devices"-Abteilung. Elop ist einer der meistgenannten Kandidaten als Nachfolger des in einem Jahr zurücktretenden Microsoft-Chefs Steve Ballmer, und bringt sich mit diesem Handel endgültig in eine Pole-Position als wahrscheinlicher Ballmer-Nachfolger.
Microsoft macht damit einen grossen Schritt vorwärts in seiner Strategie, vom Softwarehersteller zu einem Anbieter von Dienstleistungen und Geräten zu werden. Entscheidend für Microsoft könnte allerdings sein, wie die bisherigen Handy-Partner reagieren. Windows Phone dürfte mit der direkten Konkurrenz durch Microsoft für sie noch weiter an Attraktivität verlieren. Es wird für die Redmonder wohl schwierig werden, den Samsungs und Co. dieser Welt zu vermitteln, dass sie Windows Phone zu den gleichen Konditionen erhalten wie die Microsoft-eigene Handyabteilung.
Nokia wird sich nun auf das Ausrüstergeschäft mit der angeschlagenen Sparte NSN, auf das Karten-Business und auf die Pflege der Patente konzentrieren. Ausserdem will Nokia weiterhin im Bereich neuer Technologien forschen. Möglicherweise bleibt damit vom einstigen Traditionskonzern nicht viel mehr als ein Unternehmen, das versucht, aus seinen noch vorhandenen Patenten weiteres Kapital zu schlagen. Die Leitung von Nokia wird interimistisch vom Verwaltungsratspräsidenten Risto Siilasmaa übernommen. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

DXC hofft auf Turnaround im kommenden Jahr

Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im abgelaufenen Quartal erheblich geschrumpft. Im nächsten Geschäftsjahr soll es aber wieder aufwärts gehen, sagt der CEO.

publiziert am 2.2.2023
image

ChatGPT wächst so schnell wie keine andere App

Der KI-Chatbot bricht Rekorde und verzeichnet 100 Millionen aktive Nutzer innert nur 2 Monaten. Nun soll bald ein Abo-Modell eingeführt werden.

publiziert am 2.2.2023
image

Rapid7 prüft offenbar einen Verkauf

Der Security-Anbieter erwägt laut Medienberichten Optionen für einen Verkauf. Dabei soll auch eine Übernahme durch Private-Equity-Investoren infrage kommen.

publiziert am 2.2.2023
image

Cloud-Provider doppeln bei Microsoft-Kritik nach

Der US-Konzern beschränke mit seinen Lizenzbestimmungen den Wettbewerb, kritisiert die Vereinigung CISPE. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie soll dies jetzt belegen.

publiziert am 1.2.2023