Microsoft und die Schulen: Plötzliche Minne

8. August 2013, 16:11
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Betrugsfall bei Microsoft Schweiz sorgt für grosse Aufregung. Derweil signalisieren Microsoft und die Fachstelle für Informatik im Bildungswesen plötzlich wieder Minne.

Betrugsfall bei Microsoft Schweiz sorgt für grosse Aufregung. Derweil signalisieren Microsoft und die Fachstelle für Informatik im Bildungswesen plötzlich wieder Minne.
Der gestern bekannt gewordene Betrugsskandal bei Microsoft Schweiz sorgte heute für viel Aufregung in den Medien. Während sich eine bekannte Qualitätsszeitung mit dem Beziehungsleben des Beschuldigten beschäftigt, schrieb die 'Handelszeitung' heute auf der Titelseite, "Tausende von Schulen" müssten für Windows & Co. "bis zu 20 Prozent" mehr bezahlen.
Tatsächlich hat Microsoft wegen des Betrugsverdachts den Rahmenvertrag mit der Schweizerischen Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (educa.SFIB) gekündigt. Schulen, die sofort neue Lizenzverträge abschliessen oder an neue Bedingungen (mehr PCs) anpassen müssen, profitieren zurzeit nicht von einem zusätzlichen Mengenrabatt, der im alten Vertrag festgehalten war. Dieser betrug bis zu 20 Prozent der Schulpreise für Software, schreibt die Zeitung.
Allerdings haben die meisten Schulen einjährige Mietverträge für Microsoft-Software abgeschlossen und zwar mit Laufzeiten pro Kalenderjahr, wie uns ein Softwarehändler erklärte. Die meisten Schulen haben also bis November noch gültige Verträge. Bis dann sollten die Verhandlungen für einen neuen Rahmenvertrag zwischen Microsoft und educa.SFIB abgeschlossen sein. So schrieb educa.ch-Direktor Toni Ritz am 18. Juni an die kantonalen DepartementssekretärInnen, die Verhandlungen zwischen Microsoft Schweiz hätten am 17. Mai 2013 begonnen und seien "auf gutem Weg". educa.SFIB empfehle den Schulen in Absprache mit Microsoft ohne aktuell gültige Lizenzen, den neuen Rahmenvertrag abzuwarten. Man hofft, die Verhandlungen bis Ende August abschliessen zu können, heisst es sowohl bei educa wie bei Microsoft.
Sehr viele Schulen dürften also vom vertragslosen Zustand nicht betroffen sein. Educa-Vizedirektor Karl Wimmer bemüht sich denn auch darum, die Wogen zu glätten. "Niemand hat das Ziel, Schulen abzuzocken. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Bereinigung der Affäre nicht auf Kosten der Schulen erfolgen darf," so Wimmer heute zu inside-it.ch.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich educa.ch und Microsoft in die Haare geraten und danach wieder verstehen. Im März 2010 empfahl educa.SFIB allen Schulen, keine Microsoft-Lizenzen mehr zu kaufen oder zu erneuern. (Christoph Hugenschmidt)

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