Microsoft verklagt Luzerner PC-Händler

14. Januar 2009, 16:15
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Luzerner David gegen Redmonder Goliath.

Luzerner David gegen Redmonder Goliath.
Der US-amerikanische Software-Riese Microsoft zieht gegen einen Luzerner PC-Händler zu Felde. Wie die 'Neue Luzerner Zeitung' heute berichtet, soll ein 59-Jähriger in seinem Computerladen Microsoft-Software ohne Lizenzen verkauft haben. Nachdem ein Microsoft-Angestellter bei einem "Test-Kauf" 2006 festgestellt hatte, dass ein 1298 Franken teurer Computer inklusive Office 2003 eine Raubkopie enthielt, klagte Microsoft gegen den Computerhändler.
Im vergangenen Juni wurde der Händler vor dem Amtsgericht Sursee wegen gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Markenschutzgesetz, gewerbsmässiger Widerhandlung gegen das Urhebergesetz sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb verurteilt, weiss die 'NLZ' zu berichten. Eine Busse von 1000 Franken und eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 70 Franken waren das Resultat.
Berufung eingelegt
Der Angeklagte liess sich allerdings nicht beirren und legte Berufung ein. Am Dienstag stand er vor dem Obergericht Luzern. Er fordert Freispruch in allen Punkten, obwohl er laut dem Zeitungsbericht in einer ersten Einvernahme bestätigte, 20 bis 30 PCs mit Raubkopien an verschiedene Kunden verkauft zu haben. Später widerrief er seine Aussagen jedoch. "Mein Mandant stand bei der Befragung unter grossem psychischem Druck", wird sein Verteidiger zitiert. Der Angeklagte sagte später, er habe in Wirklichkeit nur dem "Testkäufer" einen Computer mit illegaler Software verkauft – alle anderen Kunden hätten lizenzierte Produkte erhalten. Einzelne Kunden hätten dies nachträglich schriftlich bestätigt, sagt der Verteidiger.
Ein Vertreter von Microsoft wird in der 'NLZ' mit folgender Aussage zitiert: "Der Angeklagte hat eingestanden, seinen Kunden gratis Software abgegeben und damit Geld verdient zu haben." Gegenüber inside-it.ch wollte sich Microsoft nicht direkt zu dem Verfahren äussern. Die Rechtsabteilung geht momentan davon aus, dass der Entscheid in ein bis zwei Monaten fallen wird. (mim)

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