Microsoft verlegt Schweiz ins Mittelmeer

5. April 2005, 12:49
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Wäre ja eigentlich eine ganz gute Idee... Aber vielleicht müsste Microsoft seinen Werbegrafikern doch eine Weltkarte schenken.

Wäre ja eigentlich eine ganz gute Idee... Aber vielleicht müsste Microsoft seinen Werbegrafikern doch eine Weltkarte schenken.
Liegt die Schweiz nun bei Minsk oder eventuell doch im Mittelmeer? In Redmonds Inserateabteilung scheint man da nicht so sicher zu sein. In den letzten Monaten (die Kampagne ist inzwischen beendet) hat Microsoft international mit einer erfolgreichen Installation beim Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für sein Windows Server System geworben.
Für die Werbung stellte sich Viktor Portmann, der Projekmanager beim EDA, zur Verfügung und Microsoft durfte das Logo des EDA benützen – dafür erntete das EDA geharnischte Kritik in der Presse, zum Beispiel im "Sonntagsblick".
Fortgeschrittenes Offshoring?
Wie der englische Newsdienst "The Register" nun entdeckt hat gibt es bei diesem Inserat noch andere Probleme, und zwar geografische. In einer Online-Version des Inserats will Microsoft in einer kleinen Flash-Animation auf einer Karte (Das Bild findet man hier) symbolisieren, wie Portmann die Server und PCs in den Schweizer Konsulaten ganz bequem zentral verwaltet – allerdings scheint er das von irgendwo in der Nähe von Minsk, an der Grenze von Weissrussland zu Russland aus, zu tun.
Vom "Register" aufgestachelt hat sich auch inside-it auf die Suche gemacht und gleich noch einen zweiten geografischen Faux-Pas entdeckt: In einer ähnlichen Animation in einem zum Inserat gehörenden Filmchen, das, falls es Microsoft noch nicht entfernt hat, auf der britischen Website des Softwareriesen zu sehen ist. Hier ist Microsoft zwar schon einiges näher an der Sache dran, aber bei genauerem Hinschauen – und wir als akribische Schweizer haben das natürlich getan – entdeckt man, dass das EDA nun anscheinend in der Nähe von Sizilien stationiert ist.
Rolf Krebser, Manager Marketing Communications bei Microsoft Schweiz, nahm auf unseren Hinweis hin die Sache selbstironisch gelassen, wunderte sich aber auch etwas: "Natürlich hätte so etwas nicht passieren sollen. Aber was mich erstaunt ist, dass es so lange gedauert hat, bis jemand die Sache gemeldet hat." Die Kampagne lief wie schon gesagt weltweit mehrere Monate lang. Es ist aber schwierig zu sagen, wie verbreitet die Online-Flash-Version mit Karte benutzt wurde, und in der Schweiz wurde sie nicht geschaltet. Gemäss Krebser stellt die Microsoft-Zentrale den einzelnen Länderniederlassungen gewisse Werbematerialien zur Verfügung, über deren Benutzung die einzelnen Länder selbst entscheiden können.
Wir von inside-it haben aber noch eine Theorie: Vielleicht vefolgt das EDA ja insgeheim eine ganz fortschrittliche Offshoring-Strategie und wechselt dauernd den Standort - und nur Microsoft weiss davon. Falls das aber nicht so ist, empfehlen wir den Werbegrafikern von Microsoft diesen nützlichen Link. (Hans Jörg Maron)

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