Microsoft verliert Milliarden im Online-Bereich

23. Juli 2010, 08:30
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Der Windows-Hersteller ist nur im Kerngeschäft gut genug.

Der Windows-Hersteller ist nur im Kerngeschäft gut genug.
Microsoft hat in der Nacht auf heute die Zahlen des vergangenen vierten Quartals sowie des gesamten Geschäftsjahres veröffentlicht. Der Software-Riese aus Redmond profitierte erneut von einem starken Absatz des Betriebssystems Windows 7, das im vergangenen Oktober lanciert worden war, wie auch von guten Verkäufen der Bürosuite Office. In der "Windows & Windows Live Division" wuchsen die Umsätze im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 4,55 Milliarden Dollar.
In den drei Monaten per Ende Juni setzte Microsoft insgesamt 16 Milliarden Dollar um, was im Vergleich zum Q4 des Vorjahres einem Wachstum von 22 Prozent entspricht. Der Nettogewinn wuchs um satte 48 Prozent von 3,05 auf 4,52 Milliarden Dollar.
Während das Kerngeschäft bei Microsoft gut läuft, tut sich der Konzern nach wie vor schwer, wenn es um Internetsuche oder Smartphones geht. Das enorme Wachstum von Google und Apple in diesen Bereichen hat Microsoft bislang nicht erreicht. Apple setzte im vergangenen Quartal mit 15,7 Milliarden Dollar fast gleich viel um wie Microsoft – eine Entwicklung, die vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen wäre, als Microsoft drei Mal grösser war als Apple. Allerdings muss auch gesagt werden, dass Microsoft nach wie vor profitabler ist als Apple.
Auf operativer Ebene verliert Microsoft in der "Online Services Division", welche unter anderem das Geschäft mit der Suchmaschine Bing enthält, nach wie vor Geld. Der Betriebsverlust erhöhte sich im vierten Quartal von 585 Millionen im Vorjahr auf nun 696 Millionen Dollar. Im gesamten Jahr betrug der operative Verlust im Online-Bereich satte 2,36 Milliarden Dollar – nach einem Verlust von 1,65 Milliarden Dollar im Vorjahr. Im Gegensatz zum Vorjahr schreibt Microsoft auch in der "Entertainment and Devices Division" rote Zahlen, was zweifellos auf die gescheiterte Markteinführung des Teenie-Smartphones Kin zurückzuführen ist.
Angesichts des Erfolges mit Windows 7 kann Microsoft nur hoffen, dass auch das voraussichtlich Ende Jahr erscheinende Windows Phone 7 erfolgreich sein wird. Microsoft braucht dringend Erfolgsmeldungen im Smartphone-Geschäft. (Maurizio Minetti)

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