Microsoft: Viel Freude um Vista – viel Verlust bei "Live"

27. April 2007, 08:57
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Schlechtes Quartal in den Bereichen Online und Entertainment. Hoher Absatz von Vista und Office 2007. Ähnliche Entwicklungen auch in der Schweiz.

Schlechtes Quartal in den Bereichen Online und Entertainment. Hoher Absatz von Vista und Office 2007. Ähnliche Entwicklungen auch in der Schweiz.
Microsoft schreibt das gute Resultat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Windows Vista und Office 2007 zu. Oder zumindest teilweise: "Das gute Resultat ist auch auf die robuste Nachfrage nach Windows Vista und Office 2007 zurückzuführen", heisst es im Geschäftsbericht. Tatsächlich sehen die Zahlen für das Q3 nicht schlecht aus: Der Umsatz konnte um 32 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar erhöht werden, der Nettogewinn wuchs um 65 Prozent von 2,98 auf 4,93 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn stieg von 3,89 auf 6,59 Milliarden. 1,67 Milliarden Dollar des Umsatzes und 1,14 Milliarden Dollar des Nettogewinns verbuchte Microsoft dank den Upgrade-Lizenzen auf Vista und Office 2007, die im Rahmen des "Technology Guarantee Program" während des zweiten Quartals vergeben wurden.
Client gut, Online schlecht
Vergleicht man die Zahlen mit dem Q3 des Vorjahres, fällt auf, dass nicht wie 2006 die Business-Software-Division am meisten Umsatz beisteuerte, sondern die Client-Division, was auf Vista und Office 2007 zurückzuführen ist. 5,3 Milliarden Umsatz erwirtschafteten die Redmonder im dritten Quartal mit Cleint-Software. Und die Gewinn-Marge ist nahezu erschreckend: Der operative Gewinn in diesem Segment betrug 4,2 Milliarden Dollar. Das zweitwichtigste Segment war die Business-Software-Division mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar und einem operativen Gewinn von 3,4 Milliarden.
Mit Server and Tools erwirtschaftete Microsoft 2,7 Milliarden, bei einem Gewinn von 979 Millionen Dollar. Am wenigsten Umsatz steuert nach wie vor der Bereich Online Services Business bei. Bei einem gesteigerten Umsatz von 623 Millionen Dollar resultierte gar ein Verlust von 200 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor betrug der Verlust hier 24 Millionen Dollar. Dies ist ein offensichtliches Zeichen dafür, dass der grosse Konkurrent Google nach wie vor der Chef im Online-Business ist. Der Entertainment-Bereich ist der einzige mit einem Umsatzrückgang, und zwar von 1,2 Milliarden auf 929 Millionen Dollar. In diesem Bereich konnte indes der Verlust von 402 auf 315 Millionen Dollar verringert werden.
Ähnliche Situation für Microsoft Schweiz
In der Schweiz präsentiert sich die Lage nicht anders. Wie der Chef von Microsoft Schweiz, Peter Waser, gegenüber inside-it.ch sagt, verlief der Verkauf der Online-Produkte ("Live") eher schlecht. Der schlechte Absatz bei der Xbox ist laut Waser saisonbedingt. Sehr gut verkauft wurden hingegen die Server-Produkte. Vor allem Windows Server 2003 (dessen Nachfolger noch dieses Jahr erscheinen soll. Laut Waser haben viele Firmen – auch grosse Organisationen – den Wechsel auf XP nie gemacht. "Sie überspringen eine Generation und wechseln nun gleich von Office 2003 und Windows 2000 auf Office 2007 und Vista", so Waser. Ebenfalls steigend ist der Absatz in der Business-Software-Sparte bei Dynamics AX (Axapta) und NAV (Navision).
Gemäss Microsoft soll sich der Umsatz im Schlussquartal zwischen 13,1 und 13,4 Milliarden Dollar bewegen. Der operative Gewinn soll zwischen 5 und 5,2 Milliarden Dollar betragen. Das Geschäftsjahr soll mit einem Umsatz von 56,5 Milliarden Dollar abgeschlossen werden. (Maurizio Minetti)

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