Microsoft: Wenn schon klauen, dann von uns

13. März 2007, 15:44
  • international
  • microsoft
  • software
image

Letzte Woche machte Jeff Raikes, bei Microsoft als "President Business Division" ein grosses Tier, eine interessante Bemerkung an einer Technologie-Konferenz von Morgan Stanley.

Letzte Woche machte Jeff Raikes, bei Microsoft als "President Business Division" ein grosses Tier, eine interessante Bemerkung an einer Technologie-Konferenz von Morgan Stanley. Er sagte nämlich, dass illegales Kopieren von Software Microsoft nicht nur schadet. "Wenn sie schon Software klauen, dann möchten wir, dass sie sie wenigstens von uns klauen," sagte Raikes gemäss US Medien vor Ort.
Microsoft gehe davon aus, dass die installierte Basis an Software (z.B. Office) langfristig ein wichtiger Aktivposten sei. Man hoffe, Diebe langfristig zu bezahlenden Kunden konvertieren zu können. Tatsächlich hat Raikes natürlich recht: Wenn Leute, die wenig Geld haben, ihre ersten PCs mit OpenOffice ausrüsten statt mit MS-Office, so sinkt die Chance, dass sie später eine Büro-Suite von Microsoft kaufen.
Man wolle legale Lizenzen klar fördern, doch nicht so heftig, dass der Aktivposten der installierten Basis verloren gehen könnte, so Raikes.
Software-Lobby gegen Online-Händler
Bei gewerbsmässigem Vertrieb von nicht bezahlten Lizenzen hingegen, sieht Microsoft die Sache ziemlich eng. So verkündet die von Redmond mitfinanzierte 'Business Software Alliance' (BSA) heute, man sei mit "einstweiligen Verfügungen" gegen fünf Online-Händler vorgegangen, die Raubkopien verkauft hätten. Drei dieser fünf befinden sich in Deutschland.
Ein relativ raffinierter Trick der überführten Händler bestand darin, eine echte Update-Lizenz zu einer kopierten, älteren Vollversion zu verkaufen. Mit dem Update konnte der Kunde dann die supergünstige Software nachträglich "legalisieren". (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Vor 39 Jahren: Word 1.0 für MS-DOS erscheint

Im September 1983 brachte das Hause Redmond seine Textverarbeitungs-Software für das Microsoft Disk Operating System, kurz MS-DOS, auf den Markt.

publiziert am 30.9.2022
image

USA gegen Russland: Wahl um ITU-Präsidium ist entschieden

Die International Telecommunications Union (ITU) der UNO wird neu von einer Amerikanerin geleitet. Doreen Bogdan-Martin setzte sich gegen einen Russen durch.

publiziert am 29.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022