Microsoft will unser Fitnessguru werden

30. Oktober 2014, 10:39
  • international
image

Microsofts Smartband ist da - zumindest in den USA. Das Gadget ist aber nur ein Teil der neuen "Microsoft Health"-Plattform.

Microsofts Smartband ist da - zumindest in den USA. Das Gadget ist aber nur ein Teil der neuen "Microsoft Health"-Plattform.
Microsoft will zum Hüter unserer Gesundheit, oder zumindest unserer Fitness werden. Der Softwareriese aus Redmond hat gestern in den USA sein "Microsoft Band" lanciert. Dieses ist aber nur ein (kleiner) Teil der Plattform "Microsoft Health", hinter der wohl der eigentliche Ehrgeiz der Redmonder steckt.
Microsoft Health ist eine Serie von Apps für Windows-, Android- und iOS-Geräte sowie eine Online-Plattform. Darauf sollen User alle ihre Trainings, Fitness- und andere Gesundheitsinformationen speichern. Die Apps von Microsoft selbst und Drittanbietern - darunter diversen Fitnessunternehmen - für alle möglichen Endgeräte dienen zur Analyse dieser Daten, und sollen "Einsichten" sowie Anleitungen für Trainings und vieles mehr bieten. Zum Beispiel sollen Fitness-Begeisterte herausfinden können, wie lange die für sie optimale Ruhezeit nach einem Training ist.
Microsoft Health soll auch mit E-Health-Plattformen im Gesundheitswesen verbunden werden können, so dass Ärzte oder Spitäler direkt auf die Daten zugreifen können - aber natürlich nur, wenn die User dies wünschen, so Microsoft.
Das Microsoft Band dient dafür vor allem als Datensammler. Das in den USA 199 Dollar kostende Gadget ist mit einer Vielzahl von Sensoren bestückt, darunter ein optischer Sensor zur Messung der Pulsrate, ein 3-Axen-Beschleunigungsmesser, ein Thermometer, das die Hauttemperatur misst und ein galvanischer Sensor zur Messung des Hautwiderstands sowie Sensoren für die Stärke des Umgebungslichts und von UV-Strahlung. Mit Smartphones kommuniziert das Band über Bluetooth. In Frage kommen Geräte ab Windows Phone 8.1, iOS 7.1 oder Android 4.3. Neben den Fitness-Tracking-Funktionen bietet das Band auch noch grundlegende Smartwatch-Funktionen wie E-Mail-Benachrichtigungen.
Ausserdem ist es mit einem Mikrofon ausgestattet, so dass Windows-Phone-User über das Smartband mit Cortana kommunizieren können. Die Batterien sollen laut Microsoft bei "normalem" Gebrauch rund 48 Stunden Laufzeit bieten. Eine Aufladung soll rund 1,5 Stunden dauern. Die Zeit anzeigen kann das Microsoft Band übrigens auch.
In den USA ist das Microsoft Band ab heute erhältlich, allerdings laut Microsoft nur in beschränkten Mengen. Darüber, wann es auch in anderen Ländern verfügbar werden wird, hat sich Microsoft noch nicht geäussert.
Als Plattform soll Microsoft Health aber wie erwähnt kompatibel zu Geräten und Apps von vielen Drittanbietern sein. Apps, die mit Microsoft Health zusammenarbeiten, sind zum Beispiel MapMyFitness, MyFitnessPal und RunKeeper. Bis jetzt wird zwar nur ein Smartband-artiges Gerät eines Drittanbieters unterstützt (Jawbone UP) aber mit der Zeit sollen weitere folgen. Microsoft will die Sensoren-Technologie seines Microsoft Band an Drittanbieter lizenzieren. Allerdings: Die aktuelle Generation der Smartbands- und -Watches der grossen Konkurrenten wie Samsung, Apple, Acer oder Lenovo scheint von Microsoft Health, zumindest als direkte Datensammelgeräte ohne Umweg über eine andere App, nicht unterstützt zu werden. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Beschluss für europaweit einheitliche E-ID gefasst

Die eIDAS-Verordnung der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, eine einheitliche digitale Identität anzubieten. Europa scheint nicht aus den Fehlern der Schweiz gelernt zu haben.

publiziert am 7.12.2022 1
image

San Francisco: Vorerst doch keine Roboter zum Töten

In einer zweiten Abstimmung hat sich das kommunale Gremium doch noch gegen die Richtlinie entschieden.

publiziert am 7.12.2022
image

Microsoft will eine "Super-App" schaffen

Der Konzern will die chinesische App Wechat kopieren. Für den Vertrieb der Anwendung wird man allerdings weiterhin auf die Konkurrenz angewiesen sein.

publiziert am 7.12.2022
image

Drivetek in die USA verkauft

Der Engineering-Dienstleister stellt Hard- und Software für verschiedene Antriebstechniken her. Nun wurde das Startup für mehrere Millionen Franken veräussert.

publiziert am 7.12.2022