Microsoft: Wir nutzen persönliche Daten nicht für Werbung

9. Januar 2020, 16:23
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Die Redmonder reagieren mit neuen Bestimmungen auf Beschwerden der niederländischen Justizbehörden.

Microsoft hat neue Produktbestimmungen sowie neue Bestimmungen für seine Onlinedienste veröffentlicht. Aus Redmond heisst es nun: Wir sind nicht mehr berechtigt, persönliche Daten für die Erstellung von Profilen, für Werbung oder für ähnliche kommerzielle Zwecke einschliesslich Marktforschung zu verarbeiten. Es sei denn, der Kunde stimmt dem ausdrücklich zu. 
Microsoft reagiert mit dem Schritt auf eine Beschwerde seitens des niederländischen Justizministeriums. Die Behörde hatte im Herbst 2019 Verstösse gegen die DSGVO registriert und sich über die Sammlung von Telemetrie-Daten von Usern von Office 365 Plus und Office 365 beschwert. Bereits im November hatte Microsoft entsprechende Anpassungen versprochen.
Microsoft darf nach den neuen Regeln Kundendaten und persönliche Daten nur noch verarbeiten, wenn damit die Bereitstellung der Dienste, die Behebung von Fehlern oder die Verbesserungen der Services erzielt werden können, wie den Bestimmungen zu entnehmen ist.
Sollten in eingeschränktem Umfang Daten für weiter aufgeführte "legitime Geschäftsvorgänge" verarbeitet werden, stehe Microsoft in der Pflicht, die Rolle eins Datenkontrolleurs zu übernehmen, berichtet 'ZDnet'. Zu den weiteren Zwecken zählen etwa Kontoführung, Finanzberichterstattung oder die Bekämpfung von Cyberattacken im Zusammenhang mit Cloud-Diensten wie Azure, Office 365 und Dynamics.
Desweiteren hat Microsoft auf Basis von Kundenfeedback Details erläutert und ergänzt. Die Bestimmungen sind in einem Blog-Beitrag von Microsoft verlinkt. 

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