Microsoft wird IT-Dienstleister

5. Juni 2007, 16:08
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Managed Services für Grosskunden direkt von Microsoft, aber (vorerst?) nur ennet dem grossen Teich.

Managed Services für Grosskunden direkt von Microsoft, aber (vorerst?) nur ennet dem grossen Teich.
Microsoft hat in den USA vor rund zwei Jahren mit einem Pilotprojekt begonnen, als Anbieter von IT-Services aufzutreten. Später kam ein weiterer Spezialkunde hinzu. Damals wiegelte man in Redmond noch ab und beruhigte die Partner: Man wolle sich nicht ernsthaft als IT-Dienstleister betätigen, sondern mache dies nur, um Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und Erkenntnisse für die Produktentwicklung zu gewinnen.
Nun scheint Microsoft aber doch noch Ernst zu machen mit dem Einstieg ins Geschäft mit IT-Services - in aller Stille, aber auf breiter Front, wie das US-Channelmagazin 'CRN' berichtet. Eine offizielle Ankündigung ist auf der Webseite von Microsoft nicht zu finden. Wie Ron Markezich, Vice President von "Microsoft Managed Services" aber gemäss 'CRN' an einem Meeting an der TechEd 2007 in Florida erklärte, sollen die bisher auf die Pilotkunden beschränkten Managed Services direkt von Microsoft nun auch anderen Kunden angeboten werden.
Volle Bandbreite
Breits erhältlich seien E-Mail- und Collaboration-Services ("SharePoint" und "Live Communications Server"). Als nächstes sollen Desktop Management, Business Intelligence ("PerformancePoint"), Security ("Forefront Security Suite") und "BizTalk" folgen. Die gehosteten Lösungen sollen in vier Rechenzentren, die teilweise bereits laufen oder bald eröffnet werden, betrieben werden.
Wie sehr tangiert dies die Microsoft-Partner, von gross bis klein, die bisher ihr Geld mit Dienstleistungen zur Microsoft-Software verdienen? Markezich erklärte gemäss 'CRN', dass nur sehr grosse Kunden mit über 5000 Desktops von Microsoft direkt bedient werden sollen. Wenn Microsoft sich daran hält wären hauptsächlich grosse Outsourcer und Dienstleister wie EDS, Accenture usw. betroffen. Ein Microsoft-Insider, der anonym bleiben wollte, behauptete gegenüber 'CRN' aber, dass Microsoft durchaus Kunden jeder Grösse annehmen würde.
Noch ist Zeit...
Gemäss Markezich werden ausserdem teilweise auch Partner bei der Erbringung der Managed Services involviert sein. Siemens Business Services betreibt zum Beispiel für die Pilotkunden Energizer und XL Capital das Call Center und den Help-Desk. Trotzdem ist eines klar - der Kuchen für die Partner ist kleiner, wenn Microsoft als Anbieter der Dienstleistungen auftritt.
Noch geschieht dies alles fern von unseren Gestaden, Microsoft wird wohl wie üblich bei einer allfälligen Ausweitung auf andere Regionen nichts überstürzen und es dürfte Jahre dauern, bis sich auch hiesige MS-Partner an Microsoft als Direktkonkurrenten im Servicegeschäft gewöhnen müssen. Aber eins ist eigentlich sicher: Im "Software-as-a-Service"-Geschäft wird die traditionelle, von Margen und Serviceumsätzen gespiesene Lieferkette von Distis, Resellern und Implementationspartnern nicht ohne grössere Anpassungen überleben. (Hans Jörg Maron)

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